Programm

THEATER

„Theater findet dann den meisten Zuspruch, wenn es sich auf seine ureigenen Stärken besinnt.“

Theater-Referent Reiner-Ernst Ohle über die wichtigsten Neuerungen in seinem Bereich und ihre Hintergründe.

Reiner Ernst Ohle

Reiner Ernst Ohle | Referat THEATER

Ab sofort steht Ihr Theater-Angebot auf drei Säulen: „Klassisch“, Modern“ und „Gipfelstürmer“. Welcher Gedanke steckt hinter dieser Umstrukturierung?
Die Leitideen lassen sich unter drei „Ks“ zusammenfassen: kompakt, konzentriert und kommunikativ.

Das heißt?
Das Angebot ist kompakt, also überschaubar und exemplarisch, und konzentriert sich auf wenige Themen, so etwa „Helden“ und „Gründerzeit“. Und es ist kommunikativ im Sinne von „nachvollziehbar“ und „verständlich“. Wir wissen: Theater findet dann den meisten Zuspruch, wenn es sich auf seine ureigenen Stärken besinnt – wenn es auf gute Texte, herausragende Schauspieler und plausible Inszenierungen setzt und damit Menschen fasziniert und berührt.

Vor der Umstrukturierung gab es vier Reihen.
Die Art, wie wir uns jetzt aufgestellt haben, zeigt deutlich, dass eine Neustrukturierung nicht zwangsläufig eine Tarnkappe für Budgetkürzungen sein muss. Im Vergleich zu anderen Spielstätten haben wir immer noch ein wunderbares Angebot mit insgesamt acht Stücken: vier im Bereich „Klassik“, vier im Bereich „Modern“. Unser Anspruch ist und bleibt es, Inszenierungen einzuladen, die eine gewisse Qualität haben und das Publikum über das unterrichten, was heute in den Theatern passiert. Und wenn durch den Verzicht auf die Reihe STUDIOZeitSTÜCKE Mittel frei werden, dann werden wir sie in Eigenproduktionen stecken.

Wir leben in unruhigen Zeiten. Inwieweit sollten Theaterstücke die aktuellen Entwicklungen aufnehmen?
Wenn man ständig den neuesten Entwicklungen hinterherhechelt, wird man irgendwann kurzatmig. Man wird Teil einer intellektuellen Stalin-Orgel, die ständig die Rohre leerfeuert – und dann wundert man sich, dass man ausgebrannt ist. Ich finde, wir sollten der Ort sein, an dem die Leute mal zur Ruhe kommen und über das nachdenken, was wesentlich ist. Denn auch, wenn sich die Welt ständig verändert, die Fragen, die wir – wie die Generationen vor uns – zu beantworten haben, bleiben gleich: Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns? In unserem Erinnern an die „Gründerzeit“ oder an „Helden“ wie Peer Gynt und Don Quichotte unterhalten und pflegen wir keine nostalgische Beziehung zur Geschichte; im Vordergrund steht vielmehr der Wunsch, durch Geschichte und Geschichten etwas in die Zukunft Weisendes anzuregen. Die Bühne entfaltet ihre Kraft immer dann am stärksten, wenn sie sich nicht an Tagespolitik klammert.

Was hat es mit der neuen Reihe „Gipfelstürmer“ auf sich?
Da bringen wir bekannte und beliebte Schauspieler mit außergewöhnlichen Projekten auf die Bühne; also Künstler, die nach neuen Herausforderungen und Wagnissen suchen. Wir fanden, dass der Begriff „Gipfelstürmer“  die Bilder wecken kann, die wir mit den Abenden verknüpfen wollen. Gipfelstürmer sind Abenteurer, die ein gewisses Risiko eingehen; Menschen, die sich in neuen Zusammenhängen erfahren und erproben wollen. Im Rahmen dieser Reihe werden wir Projekte präsentieren, die den Zuschauern an Herz und Seele gehen, die Gefühle freisetzen und emotional berühren. Auch dies ist in weitestem Sinn „politisches Theaters" – jedoch frei von engen Zweckbestimmungen, ohne große vorgefertigte Erwartungen und Ansprüche.

Darüber hinaus werden Sie mit den Jugendtheatern Junges Theater Leverkusen, theatrium Leipzig, Spieltrieb Duisburg und Junges Theater Mülheim (an der Ruhr) zusammenarbeiten ...
Es gibt Themen, die für Jugendliche immer wichtig bleiben. Die Suche nach der eigenen Identität, die erste Liebe, Konflikte mit dem Elternhaus – darüber kann man spannende Geschichten erzählen. Genau das werden die vier Jugendtheater mit unserer Hilfe machen. Auf diese Weise entwickeln wir ein kleines Repertoire, mit dem wir hoffentlich viele Jugendliche erreichen werden. Es ist ja problematisch geworden mit der Jugend und dem Theater.

Warum?
Die Ganztagsschule und die Kürzung der Gymnasialzeit von 13 auf 12 Jahre graben die Zeitressourcen der Jugendlichen empfindlich ab. Hinzu kommt der Kollateralschaden des Zentralabiturs: Durch die Zentralisierung findet eine totale Fokussierung auf die Stoffe und Stücke statt, die im Kanon stehen. Jugendliche, die sich mit Themen und Formen des Theaters abseits davon beschäftigen wollen, haben leicht das Nachsehen. Und von den größten Zeitkillern überhaupt – Internet und Smartphone – haben wir jetzt noch gar nicht gesprochen.

Wie wird die Zusammenarbeit mit den vier Jugendtheatern konkret aussehen?
Wir haben da einige Ideen, die wir augenblicklich noch diskutieren. Idealerweise haben wir am Ende vier Stücke. Ob das nun Inszenierungen bestehender Werke oder Eigenentwicklungen sind, das wird sich zeigen. Reizvoll wäre es auf jeden Fall, wenn jedes der vier Jugendtheater sein Stücke auch in den drei anderen Städten zeigen und sich durch diesen Ringtausch Neuland erschließen würde. Wie sich die Dinge auch immer entwickeln werden: Auf unserer Website und in unserem Blog werden wir die Öffentlichkeit auf dem Laufenden zu halten.












Theater

Mittwoch, 24. Mai 2017

Günter Lamprecht & Claudia Amm: Der Engel schwieg


Günter Lamprecht, der in der Fassbinder-Verfilmung von Berlin Alexanderplatz Weltruhm erlangte und das Leverkusener Publikum zuletzt mit seiner Lesung aus Alfred Döblins gleichnamigen Roman zu begeistern wusste, hat zusammen mit seiner Frau, der Schauspielerin Claudia Amm, eine eingestrichene Fassung von Heinrich Bölls erstem Nachkriegsroman erarbeitet.


19:30 Uhr, Erholungshaus, Großer Saal

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