Spielzeit 2018/2019

Die Neuen

In dieser Saison tut sich einiges in der stARTacademy – denn unsere in den vergangenen drei Jahren geförderten Künstler Tamar Beraia und Tobias Feldmann verlassen uns. Wir wünschen ihnen alles
Gute für ihren weiteren Weg, vertrauen auf das im Rheinland bekannte „Niemals geht man so ganz“ und hoffen auf das ein oder andere Wiedersehen mit beiden im Erholungshaus. Schließlich endet nur die finanzielle Förderung – das Miteinander, das Netzwerk der stARTacademy bleibt auch weiterhin bestehen und kann von beiden genutzt werden. Da jedem Ende aber auch immer irgendwie ein Anfang innewohnt, freut es uns, Ihnen auf den folgenden Seiten unsere neuen stART-Künstler vorstellen zu dürfen:

Sandro Roy © Christian HartmannZoom image
Sandro Roy © Christian Hartmann

Jazz / Sandro Roy
Wir begrüßen Sandro Roy in der stARTacademy! Der vielseitige Geiger hat eine klassische Ausbildung, sein Herz schlägt aber ebenso für den Jazz. Vor allem auf Grund seiner Herkunft als Sohn einer musikalischen Sinti-Familie fühlt er sich dem Gypsy-Jazz sehr verbunden. Sein Großonkel war Geiger bei den Wiener Philharmonikern, und eine verwandtschaftliche Beziehung zu Django Reinhardt gibt es ebenfalls. In Verbindung mit Django Reinhardt fällt fast untrennbar auch sofort der Name Stéphane Grappelli – wenngleich sich das Duo 1939 trennte, als Grappelli bei Beginn des Zweiten Weltkriegs nach einer Tournee in England blieb. So verwundert es nicht, dass sich Sandro Roy bei uns mit einem Programm präsentiert, das diese berühmten Jazz-Legenden in den Mittelpunkt stellt. Wir haben die Chance genutzt und ihn schon mal mit ein paar Fragen gelöchert. Zum Interview mit ihm gelangen Sie hier.


Choreographie / Philippe Kratz
Philippe Kratz, 1985 geboren, kennt Leverkusen sehr gut, denn er stammt aus Schlebusch. Bereits mit drei Jahren machte er seine ersten Tanzschritte bei Helena Krassa im alten Ballettstudio an der Rathenaustraße, und was soll man sagen: das Tanzvirus hatte ihn gepackt.

Nach der Grundschule wechselte er auf das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, weil diese Schule Bühnenkunst als Unterrichtsfach anbot. Unter der Leitung von Suheyla Ferwer tanzte er dort in verschiedenen Produktionen, um dann im Alter von 16 Jahren für ein Austauschjahr nach Kanada zu gehen. Dort besuchte er eine Spezialschule: An den Vormittagen fand regulärer Schulunterricht statt, die Nachmittage aber wurden vollständig der Tanzausbildung gewidmet. Bei seiner Rückkehr nach Deutschland stand fest, dass eine fundierte Ballettausbildung das nächste Ziel sein sollte. An der Staatlichen Ballettschule Berlin, unter der Leitung von Prof. Gregor Seyffert, wurde Philippe Kratz in den dann folgenden Jahren staatlich geprüfter Bühnentänzer.

Von 2006 bis 2008 tanzte er unter der Leitung von Xin Pen Wang als Solist am Theater der Stadt Dortmund. 2008 wechselte Kratz vom Ballett Dortmund zur italienischen Compagnie Aterballetto, um die kreative Arbeit mit Mauro Bigonzetti kennenzulernen und in dessen Choreographien zu tanzen. Kurz danach übernahm die Florentinerin Cristina Bozzolini die künstlerische Leitung von Aterballetto und wurde zur eigentlichen Mentorin des jungen deutschen Tänzers. Sie ermutigte ihn, sich im Rahmen der kreativen Workshops von Aterballetto erstmals selber als Choreograph zu versuchen. Und das tat er dann auch, u. a. mit dem Duo, „Lettres d’amour“ (2012), „SENTieri“ (2014), das prämierte Stück „L’eco dell’acqua“ (2015) sowie das Pas de deux „#hybrid“.

Im Jahrbuch der Zeitschrift TANZ wird Philippe Kratz Ende August 2016 als Hoffnungsträger im Bereich Choreographie bezeichnet. All seinen Arbeiten wohnen Originalität, Tiefgründigkeit sowie eine Vielseitigkeit inne, die von einer sehr persönlichen Bewegungssprache getragen sind.

Im Frühsommer 2019 zeigen wir im Erholungshaus seine jüngste Kreation für Aterballetto, „Phoenix“ (Uraufführung im April 2017 in Cremona), die von Publikum und Kritik sehr gut aufgenommen wurde.

Ein Interview, das wir mit der Mutter von Philippe Kratz geführt haben, können Sie hier lesen.


Alexej Gerassimez © Nikolaj Lund Zoom image
Alexej Gerassimez © Nikolaj Lund

Schlagzeug / Alexej Gerassimez
Das Schlagzeug ist heutzutage aus der Popmusik nicht mehr wegzudenken. Doch auch in Verbindung mit anderen Genres – wie der klassischen Musik und dem Jazz – funktioniert dieses vielfältige Instrument wunderbar. Dies beweist auch unser neuer stART-Künstler Alexej Gerassimez. Die Zusammenarbeit mit namhaften Orchestern, aber auch seine Solo-Programme führten ihn bereits nach China, Südkorea, in die USA, die Schweiz und die Niederlande.

Der in Essen geborene Musiker begann seine Karriere mit einem Studium an der Hochschule für Musik in Köln, ist mittlerweile Wahl-Berliner und als Gastdozent am Salzburger Mozarteum und dem Birmingham Conservatoire tätig. Klar wird: Alexej Gerassimez kommt viel rum. Und immer mit im Gepäck: sein Schlagzeug.

Seiner Musik setzt Alexej Gerassimez keine Grenzen. Neben dem bekannten Percussion Set-Up integriert er gerne auch mal ungewöhnliche Gegenstände wie Bremsscheiben, Fässer oder gar Schiffsschrauben in seinen Instrumenten-Aufbau. So entstehen neben mitreißenden Rhythmen ganz neue Klangwelten. Inspiriert vom Sound des Alltags gestaltet er somit ein einzigartiges und innovatives Programm und wurde deswegen nicht zu Unrecht mit renommierten Preisen wie dem ersten Preis des Deutschen Musikrats und dem zweiten Preis des ARD-Musikwettbewerbs ausgezeichnet.

Für unser traditionelles Neujahrskonzert gestaltet Alexej Gerassimez zusammen mit den Bayer-
Philharmonikern ein besonderes Programm für das Leverkusener Publikum, auf das Sie sich schon
heute freuen dürfen!

Ein Interview mit Alexej Gerassimez lesen sie hier!


Film / Lisa Charlotte Friederich
Den ersten Kontakt zu Lisa Charlotte Friederich hatten wir im Frühjahr 2017. Damals hat sie uns ihr Filmprojekt „LIVE“ vorgestellt, von dem wir von Beginn an begeistert waren und sie und ihr kreatives Schaffen unterstützt haben. Aus dieser Erstförderung ist die Idee entstanden, Lisa Charlotte Friederich in unsere stARTacademy aufzunehmen, und wir freuen uns, diese damit um den Bereich Film erweitern und den Netzwerkgedanken somit ausdehnen zu können.

Lisa Charlotte Friederich, 1983 in Karlsruhe geboren, arbeitet als Schauspielerin und Regisseurin. Ihre Ausbildung umfasst das Schauspielstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart sowie das Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen – inklusive einem Stipendium des Evangelischen Studienwerks Villigst sowie einem Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg 2016 (Darstellende Kunst). Bereits bei ihren ersten beruflichen Schritten konnte sie Jury, Publikum und Kritiker überzeugen, was nicht zuletzt der Nachwuchsförderpreis der Schauspielbühnen Stuttgart 2008, der Publikumspreis der Schauspielbühnen Stuttgart 2009 und der Hessische Filmpreis 2016 für den Film „Fritz Lang“ (weibliche Hauptrolle) unterstreichen. Von 2010 bis 2012 war Lisa Charlotte Friederich festes Ensemblemitglied am Theater Lübeck und spielte in diversen Theater- und Fernsehproduktionen (u. a. an den Häusern Düsseldorf, Linz, Stuttgart, Heidelberg sowie im „Tatort“). 2013 und 2014 arbeitete sie als Regieassistentin von Heiner Goebbels bei der Ruhrtriennale International Festival of the Arts. Seit 2017 ist sie „Bewohnerin“ der Villa Abegg des Heidelberger Frühling und bereitet mit zwei Kollegen das Musiktheaterprojekt „Castor & Pollux“ vor, das beim Heidelberger Frühling 2019 Premiere haben wird.

Darüber hinaus hat zurzeit ihr erster eigener Langspielfilm „LIVE“ Priorität, an dem sie gemeinsam mit der
Musikerin Rike Huy arbeitet. „LIVE“ war ursprünglich als Kurzfilm konzipiert. Schon während der Dreharbeiten hatte das gesamte Team jedoch das Gefühl, nicht an einem Kurzfilmset zu sein, sondern einen Langspielfilm zu drehen. Der Rohschnitt hat dieses Gefühl bestätigt: „LIVE“ bringt das Potenzial eines 90-Minuten-Formats mit sich. Diese Idee kann nun unter anderem dank der stARTacademy umgesetzt werden.

Hier geht’s zum Blogeintrag zu Lisa Charlotte Friederich.


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