IM INTERVIEW MIT... | SANDRO ROY

stARTacademy: Sandro Roy / Jazz

Wieso bist du Geiger geworden? Was fasziniert dich daran am meisten? Gibt es Vorbilder? Spielst du auch noch andere Instrumente?
Das ist eine gute Frage, dies nahm über mehrere Umwege seinen Lauf, denn mein erstes Instrument war eigentlich die Gitarre, da ich wie mein Vater Jazzgitarrist werden wollte. Ich habe eines Tages von einem Bekannten eine Kinder-Geige in die Hand bekommen und mich sofort in den Klang verliebt, das ist der Grund, weshalb ich heute Violinist bin: die Liebe zum Geigenklang. In meiner Familie gab es in jeder Generation einen Geiger, sogar einen, der es zu den Wiener Philharmoniker geschafft hat: Joseph Roy.

Bist du festgelegt auf eine Stilrichtung oder bevorzugst du eine bestimme Musikepoche?
Ich fühle mich nirgendwo in der Musik festgelegt. Ich fühle mich eher als Grenzgänger zwischen Klassik und Jazz. Beide Stile haben meine Vorstellung von Musik entscheidend geprägt. Im Jazz vor allem die Musik von Django Reinhardt, in der Klassik die Musik von Johann Sebastian Bach. Sich hier auf nur eine Epoche oder ein Zeitalter festzulegen, würde meine Inspirationsquellen sehr einschränken.

Was war für dich persönlich bisher der größte Erfolg deiner Karriere? Gab es auch einen bemerkenswerten Misserfolg?
Ich hatte glücklicherweise mehrere große Erfolgsmomente in meiner jungen Karriere, die mich weiter motiviert haben, fleißig zu bleiben und hart für meinen Erfolg zu arbeiten. Stationen waren solistische Konzerte mit der Deutschen Kammerphilharmonie oder der NDR Bigband und viele mehr. Mein größter Misserfolg war als 14-Jähriger ein linker Armbruch durch ein Fußballspiel, wodurch ich fast zwei Monate außer Gefecht gesetzt war.

Was ist für dich die größte Herausforderung in deinem Beruf als Musiker und Künstler?
Die größte Herausforderung besteht für mich darin, in meinem Beruf möglichst viele Menschen für meine Musik begeistern zu können. Und dies so oft wie möglich in verschiedenen Epochen und Stilarten.

Wo und wie hast du das erste Mal von der stARTacademy erfahren?
Ich kannte einige stART-Künstler schon vom Namen, daher habe ich mitbekommen, dass Bayer eine starke Nachwuchsförderung im Bereich Kultur besitzt.

Welche Erwartungen hast du an das stART-Programm?
Ich freue mich riesig, als stART-Künstler im Programm von Bayer Kultur eingebunden zu werden, was mir wieder neue Möglichkeiten gibt, mich musikalisch zu entfalten.

Die stART-Künstler werden ganz individuell ausgesucht. Man kann sich nicht bewerben. Was hast du als erstes gedacht, als die Auswahl auf dich gefallen ist und wir Kontakt aufgenommen haben?
Ich war total überrascht und erstaunt, als Thomas Helfrich und Carolin Sturm zu mir in den Backstage-Bereich gekommen sind und von dem Plan erzählt haben, dass ich einer der neuen stART-Künstler bei Bayer werde solle und gut zum stART-Künstler-Team passen würde. Für so ein hochrangiges Stipendium muss man sich eigentlich irgendwo bewerben – und das tat ich nie. Daher war es natürlich umso überraschender und eine große Freude, plötzlich unverhofft ausgewählt zu werden.

Was möchtest du unserem Publikum noch über dich erzählen?
Ich bin ein junger Musiker zwischen Jazz und Klassik, für den es kaum etwas Schöneres gibt, als die Musik sowie die Tatsache, dass man Menschen damit ein besonderes Geschenk für die Seele machen kann. Ich komme aus einer Sinti-Familie und bin daher tief verwurzelt mit der Musik-Tradition des legendären Gitarristen Django Reinhardt, welcher sogar weitläufig mit mir verwandt ist. Auch innerhalb meiner Familie wird viel musiziert, davon habe ich viel mitnehmen können. Die Freude an der Musik und meine Familie sind die wichtigsten Lebensinhalte in meinem Leben.


Wir danken Sandro Roy für das Interview und freuen uns auf eine spannende Zusammenarbeit mit ihm! Wer mehr über den Künstler erfahren möchte, kann einen Blick auf seine Website werfen: sandro-roy.com 


Foto: Christian Hartmann