Programm

MUSIK

„Unser Programm wird qualitativ noch hochwertiger.“

Das Musikangebot von Bayer Kultur verändert sich und bietet zahlreiche Highlights.
Musik-Referentin Carolin Sturm im Gespräch.

Carolin Sturm | Referat MUSIK

Ab der neuen Spielzeit werden die Klavier- und Kammermusikreihen zu einem Abonnement zusammengelegt und die Anzahl der Konzerte auf jeweils drei beschränkt. Warum?
Im Prinzip machen wir mit der Zusammenlegung nur das, was in den meisten Städten üblich ist. Denjenigen, die sich nur für Kammermusik  oder nur für Klavier interessieren, bieten wir zusätzlich aber noch andere Formen der Rabattierung an. Was die Konzentration auf jeweils drei Konzerte angeht: Sie macht möglich, dass unser Programm qualitativ noch hochwertiger wird. Weniger kann auch mehr sein.

In Wuppertal ergibt sich eine besondere Situation ...
Richtig. Dort gibt es bereits gute Kammermusik-Reihen, zu denen wir keine Konkurrenz darstellen wollen. Nur ein Dreier-Abo für Klavier-Konzerte anzubieten wäre allerdings zu wenig. Deshalb haben wir jetzt einen großen Coup gelandet und für ein viertes Konzert Radu Lupu nach Wuppertal eingeladen. Hinzu kommt, dass Tamar Bereia in Wuppertal solistisch, in Leverkusen hingegen mit ihrer Schwester auftreten wird. Letztlich besteht unser Klavierzyklus also sogar aus fünf Konzerten.

Tobias Feldmann ist genauso wie Tamar Bereia ein stART-Künstler, profitiert also von Ihrem Förderprogramm.
stART-Künstler sind eine Institution bei uns. Mit der Saison 2016/17 beginnt nun schon das achte Jahr, in dem wir dieses Programm anbieten. Sein Sinn ist es, jüngere Künstler zu fördern, die den Durchbruch auf der Bühne in gewisser Weise schon geschafft haben, aber noch relativ am Anfang stehen. Die Unterstützung, die sie benötigen, können ihnen Agenturen nicht durchgehend bieten, und es gibt durchaus ja auch Künstler, die in dieser Phase ihrer Karriere noch gar keine Agentur haben. Wir geben unseren stART-Künstlern also nicht nur über drei Jahre die Gewähr, dass sie bei uns eine feste Auftrittsmöglichkeit haben, wir schlüpfen für sie auch ein wenig in die Beraterrolle.

Wie darf man sich das konkret vorstellen?
Wir helfen ihnen beispielsweise bei der Suche nach einem Management oder nach einer Plattenfirma. In einem Fall mussten wir auch rechtliche Hilfe leisten. Wenn unsere Künstler Aufnahmen machen oder ein neues Programm ausprobieren wollen, überlassen wir ihnen außerdem unseren Saal. Das Signum Quartett zum Beispiel nutzt das Erholungshaus nach wie vor für öffentliche Generalproben. Ein andere wichtiger Punkt ist, dass wir die Künstler mit guten Orchestern und Dirigenten zusammenbringen und so ihren Bekanntheitsgrad erhöhen. Wir haben dafür die notwendigen Verbindungen, und man weiß in der Branche, dass man uns vertrauen kann, wenn wir einen Solisten empfehlen. Ganz wunderbar hat das zum Beispiel mit dem Pianisten Alexander Krichel funktioniert, der von 2012 bis 2015 stART-Künstler war. Er ist bei uns mit den Bamberger Symphonikern aufgetreten. Jonathan Nott, der Dirigent, und er haben sich sofort geliebt. Als Jonathan Nott mit seinem neuen japanischen Orchester auf Tour gegangen ist, hat er Alexander Krichel sofort mitgenommen. So soll das sein.

Mit Tobias Feldmann planen Sie für die neue Saison auch etwas Besonderes ...
Ja, er hat uns gesagt, dass er gerne einmal mit namhaften Kammermusikleuten zusammenarbeiten wolle. Bei uns wird er nun mit den Streichern Julian Steckel und Lise Berthaud ein Konzert geben. Noch außergewöhnlicher ist, dass wir in der Spielzeit 2016/17 zum ersten Mal alle bisherigen und aktuellen stART-Künstler zusammen-bringen werden. Sie werden gemeinsam proben und im Juni 2017 gleich mehrere Konzerte geben. Unter anderem führen wir Beethovens Tripelkonzert auf. Das ist zwar beliebt, wird aber nicht oft gespielt, weil man drei Solisten braucht. Mit den stART-Künstlern haben wir diese: Violine, Violoncello und Klavier.

Gibt es weitere Neuigkeiten im Bereich der Künstlerförderung?
Wir werden alle Aktivitäten auf diesem Gebiet in der so genannten stARTacademy bündeln, darunter auch die Förderung des Pre-College Cologne. Wir halten dieses Ausbildungszentrum für hochbegabte Kinder und Jugendliche für dermaßen gut, dass wir unser Engagement noch weiter ausbauen und beispielsweise eine Konzertreise nach Österreich und Italien finanzieren.

Jenseits der Künstlerförderung haben Sie sich auch zum Ziel gesetzt, Kinder und Jugendliche für Musik zu begeistern.
Ja, und auch das mit mehreren Angeboten. Der Musikbaukasten zum Beispiel ist als stringent durchorganisierte Unterrichtseinheit angelegt. Wir haben Anfang 2016 damit begonnen und waren mit Mitgliedern der Bayer-Philharmoniker an drei Schulen, um den Schülern beizubringen, wie man Stimmungen in der Musik erzeugt. Das Themenspektrum wird jetzt sukzessive erweitert, da sind wir auch für Anregungen von Lehrern offen. Wir planen außerdem, dieses Programm nach und nach auch an den anderen Bayer-Standorten anzubieten. Das gilt übrigens ebenso für die Veranstaltungsreihe Ein Leben für die Bühne. Bei dieser haben Kinder die Möglichkeit, unsere stART-Künstler aus der Nähe kennenzulernen. Und dann gibt es in der neuen Spielzeit auch noch eine Premiere: Zum ersten Mal veranstalten wir hier im Erholungshaus in Kooperation mit der Stadt Leverkusen ein Kindergartenkonzert. Spielen wird l’arte del mondo, neben den Bayer Philharmonikern unser zweites orchestra in residence; eingeladen sind Kinder mit ihren Eltern.

Und mit Jazz geht’s auch weiter bei Bayer Kultur?
Auf jeden Fall. 2016 findet sogar erstmals das Abschlusskonzert der Leverkusener Jazztage bei uns im Erholungshaus statt, unter anderem mit dem Tingvall Trio. Darauf freue ich persönlich mich sehr. Darüber hinaus bleiben die beiden Reihen Jazz KULISSE und Jazz STUDIO selbstverständlich fester Bestandteil unseres Programms. Neu ist dabei, dass wir in Zukunft nicht mehr das erst-, sondern das zweitplatzierte Ensemble von future sounds, dem Nachwuchswettbewerb der Leverkusener Jazztage, zu uns einladen werden. Wir finden es schade, wenn immer nur der Erste die Meriten einsammelt. Und wer es in einem harten Wettbewerb bis ins Finale geschafft hat, hat auf jeden Fall das Zeug für unsere Reihe. In der Spielzeit 2016/2017 wird es das Trio PC Energetic sein: junge, energiegeladene Leute, kreativ, witzig, frisch und frech. Auch so ein Konzert, das man auf keinen Fall verpassen sollte. 

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