125 Jahre Werk am Rhein

Der Begriff Gründerzeit impliziert die Entstehung von Neuem, und in der Tat war die ursprüngliche Phase geprägt von Umbrüchen und Wandel: Neben der Gründung des Zweiten Deutschen Reichs waren vor allem Industrialisierung, Urbanisierung sowie neue Kommunikations- und Transportmöglichkeiten die Motoren zahlreicher neuer Entwicklungen.

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Foto: Gemälde von Otto Bollhagen, © Bayer AG

Große Konzerne und Industrieunternehmen entstanden, wandelten sich mitunter – wie im Fall von Bayer – zu einer Aktiengesellschaft und beeinflussten Wirtschaft und Gesellschaft. Kulturell und architektonisch nimmt diese Phase einen weitaus größeren Zeitraum ein und erstreckt sich – parallel zur Hochindustrialisierung – bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914.

Der wirtschaftliche Aufschwung brachte vor allem das Erstarken des (Groß-)Bürgertums mit sich. Wachsender Wohlstand sowie ein neues deutsches Nationalbewusstsein prägten zu dieser Zeit Architektur, Kunst und Gesellschaft – der sogenannte „Gründerzeitstil“ entstand. Besonders im Bürgertum wuchs der Wunsch, den eigenen Wohlstand und Nationalstolz auch nach außen hin zu repräsentieren. Häuserblöcke und ganze Villenviertel mit reich dekorierten Fassaden und herrschaftlicher Innenausstattung wurden errichtet. Massive Möbel mit aufwändigen Schnitzereien und Ornamenten, Kronleuchter, Holzvertäfelungen, Samt, Plüsch und Pomp waren bevorzugte Einrichtungselemente, mit denen man den eigenen Lebensstil in Szene setzte – nicht grundlos stammt der Begriff „Kitsch“ ebenfalls aus dieser Zeit. In Ermangelung eines eigenen ästhetischen Stils griff man dabei gerne auf historische Elemente zurück, weshalb diese Phase auch als Historismus bezeichnet wird.
Neorenaissance, Neobarock oder Neoromantik waren beliebte Strömungen, die oft in eklektizistischer Manier miteinander vermischt wurden.

Für die Kunst war das aufstrebende Großbürgertum mit seinem wachsenden Vermögen ein wichtiger Faktor: Man begann, im großen Stil Kunstwerke zu erwerben, die das Verlangen nach Steigerung der eigenen Reputation erfüllten und die prunkvolle Inneneinrichtung bereicherten. Franz von Lenbach, der „Münchner Malerfürst“, profitierte etwa stark von dieser Entwicklung, ebenso wie Hans Makart, der nicht nur wegen seiner Gemälde, sondern besonders wegen seines prunkvollen Inneneinrichtungsstils gefragt war.

Auch in Leverkusen finden sich noch heute zahlreiche Zeugnisse der Gründerzeit: Kirchen im historistischen Stil wie die Bielert- oder Christuskirche, und natürlich die ursprünglich für Bayer-Mitarbeiter errichteten Wohnkolonien und das Erholungshaus mit neobarocken Elementen sind in diesen Jahren entstanden.

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