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Margarete Berger-Hamerschlag, Modeentwurf, 1953

Finissage: Deutsche Künstler im Exil 1933-1945. Werke aus der Sammlung „Memoria“ Thomas B. Schumann

Kunst

Ausstellung:
09.09.2018 – 06.01.2019

Öffnungszeiten:
Sa/So/feiertags, 11:00-17:00 Uhr

Öffentliche Führungen (kostenfrei):
Jeden 1., 3. und 5. SO, 11:15 Uhr

Sonderführungen nach Vereinbarung

Anmeldung unter 0214 30-41283/84

Die Kulturszene der Weimarer Republik war von avantgardistischem Aufbruch und internationalem Austausch geprägt. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurden jedoch alle Hoffnungen zerstört und die Moderne als „Entartete Kunst“ diffamiert. Die Entrechtung und Verfolgung jüdischer oder andersdenkender Bürger wurde in den folgenden Jahren durch Ausgrenzung, Entlassungen von Professoren, Berufsverbote und Inhaftierungen mit aller Härte umgesetzt. Für die künstlerische Avantgarde bedeutete dies in einer Phase, in der viele eine erste zögerliche Anerkennung erfahren hatten, eine entmutigende und existentielle Bedrohung.

Viele sahen keinen anderen Ausweg als die Flucht. Unter den 500.000 Menschen, die ihre deutsche Heimat verließen, befanden sich rund 8.000 Kulturschaffende – Schriftsteller, Musiker, Bildende Künstler. Zunächst wandten sich viele den europäischen Nachbarländern zu, aber mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde 1939 eine erneute Fluchtwelle ausgelöst. Unter den Exilkünstler fanden nur wenige eine neue Heimat, viele litten existentielle Not, blieben entwurzelt und konnten nur mit Einschränkung weiter arbeiten.

Mit der Ausstellung „Deutsche Künstler im Exil 1933-1945“ werden diese Künstler in den Fokus gerückt. So vielfältig wie die Schicksale sind auch die künstlerischen Positionen. Neben bekannten Namen wie Charlotte Berend-Corinth, Ludwig Meidner, Eugen Spiro oder Julie Wolfthorn, die sich bis 1933 erfolgreich etablieren konnten, gehören viele Künstlerinnen und Künstler zur sogenannten „verschollenen Generation“. Ihr Werk wurde zerstört oder vergessen. Darüber hinaus mussten die meisten die bittere Erfahrung machen, dass eine Rückkehr aus dem Exil nicht bedeutete, wieder eine Heimat und Aufnahme zu finden.

Die Ausstellung stellt mit über 100 Arbeiten eine Künstlergeneration vor, die die Vielfalt und Qualität der Avantgarde im Deutschland der 1920er- bis 1930er-Jahre vor Augen führt. Die Werke stammen aus der Sammlung „Memoria“ von Thomas B. Schumann, der seit jungen Jahren dem Thema „Exil“ sein Lebenswerk widmet – als Autor, Verleger und Sammler. Seiner Leidenschaft ist zu verdanken, dass Künstler, die in Vergessenheit gerieten, wieder entdeckt und erinnert werden können.

Abbildungen
Charlotte Berend Corinth
Blumen im Henkelkrug, 1955
Aquarell auf Bütten, 45 x 37,5 cm

Eugen Spiro
Knabenbildnis am Strand (peter Spiro in Concarneau), 1929
Öl auf Malpappe, 37,5 x 46 cm

VG Bildkunst

Julie Wolfthorn
Mädchen mit Hut vor offenem Fenster, um 1910
Öl auf Hartfaser, 42,5 x 32 cm

Julius W. Schülein
Mediterrane Stadtansicht, um 1920
Öl auf Leinwand, 81,3 x 101 cm

Ludwig Meidner
Stillleben mit Hering und Gemüse, 1936
Öl auf Holzplatte, 40 x 66 cm

Margarete Berger-Hamerschlag,
Modeentwurf, 1953
Aquarell und Tusche auf braunem Papier, 59 x 46 cm

Paul Elsas
Frau sitzend, 1932
Pastell über Gips, 41 x 33 cm

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