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KUNST

„Das Ziel war nie, eine Corporate Collection anzulegen, es ging immer um Kunst am Arbeitsplatz."

Ein Gespräch mit der Kunst-Referentin Andrea Peters über die Sammlung Bayer, den Schwerpunkt Fotografie und die Bedeutung der Kunstvermittlung.

Andrea Peters | Referat KUNST

Sie zeigen in der neuen Spielzeit zum ersten Mal seit 2008/2009 wieder Glanzstücke der Sammlung Bayer im Erholungshaus. Was hat Sie dazu bewogen?
Wir haben ja 2013 anlässlich der Firmengründung vor 150 Jahren im Berliner Martin-Gropius-Bau eine Ausstellung organisiert. Danach kam relativ schnell der Wunsch auf, Highlights der Sammlung auch einmal wieder in Leverkusen zu zeigen. Und genau das machen wir jetzt.

In demselben Umfang wie in Berlin?
Wir haben im Erholungshaus deutlich weniger Platz, aber rund hundert Werke werden wir schon präsentieren können. Anders als im Martin-Gropius-Bau sind darunter auch Stücke aus der Gründungsphase der Sammlung, die in etwa der Gründungsphase des Werks am Rhein entspricht; diesen lokalen Bezug möchten wir nicht unberücksichtigt lassen. Max Liebermanns Portrait von Carl Duisberg stammt zum Beispiel aus dieser Zeit. Daran anschließend zeigen wir eine Auswahl aus der Sammlung der Expressionisten, der École de Paris, der Informellen Kunst sowie der Contemporary Art USA. Die wirklich wichtigen Werke werden also alle zu sehen sein.

Die Sammlung umfasst Werke von Nolde, Chagall, Picasso, Warhol, Oehlen und vielen weiteren Künstlern. Wo sind diese Bilder eigentlich zu sehen, wenn keine Ausstellung ist?
Das Spannende an der Sammlung Bayer ist, dass sie zwar nicht für die Öffentlichkeit, aber für Mitarbeiter und Besucher immer präsent ist. Das Ziel war nie, eine Corporate Collection anzulegen; es ging immer um Kunst am Arbeitsplatz. Die Sammlung Contemporary Art USA etwa ist zu einem großen Teil in der Konzernzentrale zu sehen. Und in unserer Artothek auf dem Leverkusener Werksgelände können sich Mitarbeiter Kunstwerke unbefristet ausleihen. Dort stehen kontinuierlich bis zu tausend Arbeiten zur Wahl.

Über wie viele Werke verfügt Bayer eigentlich insgesamt?
Rechnet man die fest installierten mit – also unter anderem die so genannte Kunst am Bau –, dann sind es rund 6.000 Werke, von denen 5.500 beweglich sind. Beschränkt man sich jedoch auf die Werke von wirklich musealer Qualität, dann reden wir von circa 2.000 Objekten. Und von denen zeigen wir in der Ausstellung – wie gesagt – rund hundert Werke, die zusammen eine Art kleine Kunstgeschichte ergeben.

Wächst die Sammlung eigentlich noch?
Der Ankauf wird kontinuierlich weitergeführt, wenn auch in einem relativ überschaubaren Umfang. In erster Linie kaufen wir Werke aus unseren stART-Ausstellungen ein, zu der wir jedes Jahr eine andere Kunsthochschule einladen. Das geschieht also im Sinne der Kunstförderung. Wenn es darüber hinaus einen Anlass gibt, Kunst einzukaufen, mache ich Vorschläge.

Was die Ausstellungen betrifft, wird der Schwerpunkt des Jahres 2017 die Fotografie sein.
Genau. Im Rahmen des stART-Programms präsentieren wir eine Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit Studenten der Kunsthochschule für Medien Köln entsteht. Eine weitere Ausstellung widmen wir Achim Lippoth, einem vielfach preisgekrönten Fotografen aus Köln. Bei ihm setzen wir den Schwerpunkt auf den Aspekt des Storytellings. Zu Beginn der Spielzeit 2017/18 folgt dann eine weitere Ausstellung zum Thema Fotografie, das steht jetzt schon fest.

Zu Ihren Aufgaben gehört auch die Kunstvermittlung.
Das ist ein wirklich großes, wichtiges Thema für uns. Neben dem Konzept „Kunst am Arbeitsplatz“ gehören auch die Führungen dazu, die wir unseren Mitarbeitern hier im Erholungshaus anbieten. Und dann gibt es ja auch noch die Programme, die weit über die interne Kunstvermittlung hinausgehen. Ich denke da zum Beispiel an unsere Lehrerfortbildungen und Workshops.

Das heißt?
Zu den Workshops können sich komplette Schulklassen bei uns anmelden. Die Schüler werden dann erst durch die jeweilige Ausstellung geführt und machen anschließend selbst etwas. Auch die Lehrerfortbildungen beziehen sich ganz konkret auf die Themen unserer Ausstellungen. Darüber hinaus gibt es aber auch noch ein freies Programm, das sich generell an Kinder und Jugendliche richtet.

Was planen Sie da?
Wir werden ab der Spielzeit 2016/17 in den Sommerferien eine richtige Ferienbetreuung anbieten, für Kinder zwischen zehn und 14 Jahren, und das kostenlos. Unsere Theaterpädagogin arbeitet mit einer Bildenden Künstlerin ein interdisziplinäres Programm aus, da steht dann eine Woche lang Kultur im Mittelpunkt. Und natürlich laufen auch unsere kostenlosen dreistündigen Samstag-Workshops weiter. Wir haben spezielle Angebote für Kinder auf der einen und Jugendliche auf der anderen Seite, pro Halbjahr jeweils drei. Die Palette reicht von Filzen bis zu LandArt, von Kunst mit Licht bis zu Specksteinarbeiten. Besonders beliebt ist übrigens Action-Painting …

Kann ich mir vorstellen.
Letztlich sind immer alle Samstagstermine ausgebucht, und das sehr schnell. Ich finde das schön, denn der Zugang zur Bildenden Kunst kommt fast immer über das „Selbermalgemachthaben“. Wenn man selbst etwas gemalt oder angefertigt hat, ist der Blick offen für das, was die großen Künstler machen. Kunst zu vermitteln und erlebbar zu machen, das ist elementar für die Bildende Kunst bei Bayer.



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