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Foto: RLT Neuss

    Die Jungfrau von Orleans

    Theater

    von Friedrich Schiller
    Rheinisches Landestheater Neuss
    Bettina Jahnke: Inszenierung

    In Friedrich Schillers Tragödie ist Jeanne d‘Arc, das lothringische Bauernmädchen mit göttlichem Auftrag, für die einen eine Heilige, ein Engel, eine gottgesandte Prophetin oder eben die heilige Jungfrau von Orléans. Für die anderen ist sie ein Phantom des Schreckens, ein Gespenst der Nacht, eine Gauklerin, eine Zauberin, ein jungfräulicher Teufel, die Fürchterliche oder – ganz den mittelalterlichen Vorstellungen entsprechend: die Hexe von Orléans. Friedrich Schiller lässt seine Johanna nicht, wie es die Prozessakten der Historie belegen, als Ketzerin auf dem Scheiterhaufen enden und nach 25 Jahren in einem Revisionsverfahren heiligsprechen, sondern als strahlende Kämpferin für König und Vaterland auf dem Schlachtfeld sterben.

    Schon von Anfang an entspricht Johanna nicht der vermeintlichen Norm. Ihr Vater, der reiche Landmann Thibaut d’Arc, würde sie viel lieber, wie seine anderen Töchter, verheiratet als im Kriegsgetümmel sehen. Doch dem französischen König Karl und seinen Offizieren kommt die Gotteskriegerin gerade recht, steht das Reich doch vor dem Untergang – und Johannas maßloses Blutvergießen im Kampf gegen die Engländer muss gottgewollt sein. Somit ist Schillers Jungfrau von Orleans, 1801 in Leipzig uraufgeführt und schon zu Lebzeiten einer seiner größten Theatererfolge, mehr als ein romantisches Zauberspiel aus der Welt des Wunderglaubens. Es ist auch die Geschichte einer Instrumentalisierung eines einfachen Mädchens, das zwischen demütiger Gottesgläubigkeit und religiösem Fanatismus auf dem Schlachtfeld des Lebens seinen Platz sucht. Schiller lässt seine junge Protagonistin – wenn auch in poetischer Verklärung – völlig verstört, von Schuldgefühlen gepeinigt und tödlich verwundet sterben.


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