UND SONST SO / TANZ

Smilas Tag beim BJB

Smila Hoppe (13) hat dem Bundesjugendballett (kurz: BJB) bei einer Probe über die Schulter schauen dürfen. Hier erzählt sie Euch davon:

Wie ich auf das Bundesjugendballett kam:
Ich tanze seit ich vier Jahre alt bin, jetzt bin ich 13. Vor fast drei Jahren kam ich in die studienvorbereitende Ausbildung für Tanz der Rheinischen Musikschule in Köln. Schon sehr früh wusste ich, dass ich professionelle Tänzerin werden möchte. Daher besuchte ich mit meinen Eltern zahlreiche Tanzvorstellungen. Darunter auch etliche im Erholungshaus Leverkusen, da dies für mich gut erreichbar ist. Dort traf ich zum ersten Mal auf das BJB. Ich entwickelte sofort eine Bewunderung für die jungen Tänzer*innen aus aller Welt und begann, mich für das Projekt BJB zu interessieren. Schnell begriff ich, was es für eine großartige Chance für Tänzer*innen ist, ein paar Jahre Teil dieser Compagnie zu sein. Als es mir dann mit der Hilfe meiner Mutter und durch die Vermittlung der Tanzreferentin von Bayer Kultur - Bettina Welzel - ermöglicht werden konnte, einen Tag bei den Proben des BJB zuzusehen, habe ich mich sehr, wirklich sehr gefreut. Ich war auch ein bisschen aufgeregt, aber die Neugierde und Freude überwog.

Was mir aufgefallen ist:
Ich fand sehr schön, dass die Tänzer*innen nicht nur die Ausführenden in der Probe waren, sondern aktiv mit ihnen gearbeitet wurde. Der Choreograph Demis Volpi hat ihnen nicht einfach die Choreographie gezeigt. Ich habe die Probe eher als Prozess erlebt, in dem alle zusammen gearbeitet haben und auf persönliche Einzelheiten eingegangen sind. Dieser Aspekt hat mir sehr gefallen.

Das BJB in der Choreographie "Dumbarton Oaks" auf der Bühne (c) Foto: Kiran West

Was mir fremd vorkam:
Die Probe des BJB hat mich in vielerlei Hinsicht an meine eigenen Proben erinnert. Ein großer Unterschied jedoch war das Einbeziehen der Technik (Licht etc.). Bei uns spielt die Technik solange keine Rolle, bis wir die Generalprobe auf der Bühne haben. Aber bei der Probe des BJB wurden die Tänzer*innen mit der Technik konfrontiert und mussten sich zum Beispiel um die Beleuchtung kümmern, da die Scheinwerfer ein Teil der Choreographie waren. Das fand ich eine interessante Methode.

Was ich gut nachvollziehen konnte:
Bei uns ist es auch oft der Fall, dass verlangt wird, Teile seines Kostüms anzuzuiehen, damit der/die Choreograph*in oder der/die Lehrer*in sieht, wie sie mit einbezogen werden können. Außerdem waren bei der Probe die Musiker*innen anwesend, was bei uns auch meist vorkommt. Die Vorgehensweise bei der Probe kam mir bekannt vor: Man ist die Choreographie von Anfang an durchgegangen, und bestimmte Teile sind dann mit  Verbesserungen immer wiederholt worden.

Wie ich mich fühlte:
Es war eine ganz neue Erfahrung, so nah dabei zu sein und einen Eindruck von dem Geschehen hinter den Kulissen des BJB zu bekommen. Normalerweise schaue ich ihnen ja nur aus dem Publikum mit vielen anderen Menschen zu. Ich war nicht die einzige Zuschauer*in bei der Probe, ab und zu haben auch andere Leute vorbeigeschaut, und der Ballettmeister und der Choreograph sowie die Techniker und Musiker waren natürlich auch da. Trotzdem war es etwas Besonderes, meine Vorbilder - wie ich die Tänzer*innen schon in einer gewissen Weise nennen würde, weil das BJB sicherlich ein Ziel für mich wäre - auf diese andere Weise zu erleben.


Wir bedanken uns bei Smila Hoppe, die uns den Text über ihre Eindrücke und Gedanken  zu dem Tag sowie ein Foto von sich (Copyright: privat) zur Verfügung gestellt hat!