10 FRAGEN AN

Ragna Schirmer

1. Wie sind Sie zu Ihrer heutigen Berufung gekommen?

Seit frühester Kindheit tanze ich und mache Musik. Ein Leben ohne Musik kann ich mir nicht vorstellen. Insofern war sehr früh klar, dass ich Musikerin werden wollte.

2. Was war der ausschlaggebende Grund für Sie, Künstlerin zu werden?

Ich kann nicht einmal behaupten, ich sei Künstlerin „geworden“. Kreativität und Disziplin müssen sich in diesem Beruf die Waage halten. Und an dieser Waage arbeite ich jeden Tag.

3. Haben Sie ein Vorbild? Wenn ja, welches?

Für mich ist jeder Mensch, der für eine gute Idee brennt und diese mit Motivation und Konsequenz verfolgt, ein Vorbild. Das kann sogar ein Schüler sein, wenn er mich beeindruckt. Das Leben steckt voller Inspirationen, wenn man sie sehen möchte.

4. Kultur in einem Wort ist ...?

..das Streben nach Schönem und die Demut vor dem Großen. Wenn ich wirklich nur ein Wort habe, dann entscheide ich mich für: Staunen.

5.Bitte vollenden Sie den Satz: Kultur kann …?

... und soll den Menschen glücklich machen.

6. Welche Vorführung legen Sie jungen Leuten auf jeden Fall ans Herz? Warum?

Das findet jeder für sich heraus. Als Pädagogin weiß ich, dass ein offener, interessierter Mensch seine Inspiration aus den unterschiedlichsten Eindrücken zieht. Meine wunderbare Körperschulungs-Lehrerin Prof. Isolde Alber sagte einmal: „Schaut Euch mindestens dreißig Minuten ein Stück Baumrinde an, das ist spannender als jeder Krimi“. So lernt man das Sehen.

7.Wenn Sie mit einem berühmten Musiker zusammenarbeiten könnten, wer wäre es?

Ich würde sehr gerne einmal mit Bach sprechen.

8. Wie fühlt sich ein gelungener Auftritt an?

Wie eine warme Badewanne.

9. Finden Sie kulturelles Engagement von Unternehmen wichtig?

Natürlich. Wir müssen alle zusammenhalten, damit Großes entstehen kann. Letztlich sind Künstler auch Unternehmer. In der Vergangenheit hat es die „Mäzene“ gegeben, jetzt entwickelt sich eine Situation, in der die Wirtschaft sogar in die Kulturförderung grundsätzlich hineinwirken muss, damit keine großen Lücken entstehen. Das betrifft meiner Meinung nach auch unscheinbare, aber wichtige Bildungseinrichtungen wie Bibliotheken und kleinere Museen.

10. Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen und wie hat es Ihnen gefallen?

Ich lese gerade alles, was ich über Clara Schumann in die Finger bekomme. Und ich staune, dass die Herausforderungen im 19. Jahrhundert den unseren nicht unähnlich waren.



Bayer Kultur bedankt sich für die Beantwortung der Fragen. Der Klavierabend mit Ragna Schirmer findet am 1. Oktober 2018 in der Historischen Stadthalle in Wuppertal statt. Wir wünschen ganz viel Spaß!