Film
Spielzeit 11/12

Glauben und Wissen im Kommunalen Kino

Das Kommunale Kino der Volkshochschule Leverkusen präsentiert in Kooperation mit Bayer Kultur eine Reihe zum Thema Glauben und Wissen. In zahlreichen Filmen ist die Auseinandersetzung mit den Weltreligionen Thema und erfährt vielfältige bildnerische Sichtweisen. Dabei geht diese Fragestellung in philosophisch-politische Richtungen bis hin zu absurd-utopischen Dimensionen dieser Betrachtungen.

Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. In Kooperation mit dem Kommunalen Kino der VHS Leverkusen finden alle Veranstaltungen im Filmstudio im Forum statt.

Europa: Chris Marker, Pier Paolo Pasolini und Nanni Moretti

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Centochiodi
Chris Marker studierte Philosophie bei Jean-Paul Sartre. Er wurde berühmt mit dem Essayfilm Sans Soleil von 1983, der fiktive Elemente mit essayistisch-philosophischen Kommentaren verbindet. Pier Paolo Pasolini, italienischer Dichter, Philosoph und Filmemacher, geht in Il Vangelo Secondo Matteo, in schwarz-weiß gedreht, dem Leben des Jesus von Nazaret, wortgetreu auf dem Matthäus-Evangelium der Bibel basierend, nach. Jesus wird zur realistischen und menschlichen Figur. In Große Vögel, kleine Vögel von Pier Paolo Pasolini begegnen ein Mann und sein Sohn während ihrer Wanderschaft durch die italienische Provinz einem sprechenden Raben, der sie in politisch-philosophische Debatten verwickelt. Nanni Moretti stellt sich in Caro Diario – Liebes Tagebuch der Frage nach dem Sinn des Lebens. In Caos Calmo – Stilles Chaos nach dem gleichnamigen Roman von Sandro Veronesi spielt Nanni Moretti die Rolle eines Vaters nach dem Tod seiner Frau. Er macht sich zur Aufgabe, das Leben seiner Tochter zu beschützen und wacht über sie auf dem Parkplatz vor der Schule. Weitere Beispiele aus dem italienischen Kulturkreis sind: Centochiodi – Hundert Nägel von Altmeister Ermanno Olmi, ein ökologischer Jesusfilm aus der Poebene, und Das Orchester von Piazza Vittorio, der Glaube an die Kreativität eines multikulturellen Orchesters in Rom, von Agostino Ferrente in Szene gesetzt.
Sans Soleil 
Frankreich 1983 | Regie: Chris Marker
Il Vangelo secondo Matteo – Das 1. Evangelium Matthäus 
Italien 1964 | Regie: Pier Paolo Pasolini
Uccellacci e Uccellini – Große Vögel, kleine Vögel 
Italien 1966 | Regie: Pier Paolo Pasolini
Caro diario – Liebes Tagebuch... 
Italien 1993 | Regie: Nanni Moretti
Caos calmo – Stilles Chaos 
Italien 2008 | Regie: Antonello Grimaldi
Centochiodi – Hundert Nägel 
Italien 2007 | Regie: Ermanno Olmi
L’Orchestra di Piazza Vittorio – Das Orchester von Piazza Vittorio 
Italien 2006 | Regie: Agostino Ferrente

Asien: Christliche Werte und buddhistische Sichtweisen

Kim Ki-Duk aus Südkorea greift im Film Samaria aus dem Jahre 2004 das Thema des weiblichen Opfergangs auf: Jae-Young und Yeo-Jin verbindet ein gefährlicher Job. Wahrend die eine sich in Motelzimmern an Männer verkauft, passt die andere auf, dass die Polizei nicht dazwischenfunkt. Yong-Kuon Bae aus Korea versucht in Warum Bodhi Dharma in den Orient aufbrach? die Geschichte von drei Mönchen in einem kleinen, abgeschiedenen Kloster in den koreanischen Bergen aufzugreifen.
Samaria 
Korea 2004 | Regie: Kim Ki-Duk
Warum Bodhi Dharma in den Orient aufbrach? 
Korea 1989 | Regie: Yong-Kuon Bae

Afrika: Tradition und Moderne

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Congo River
Der Altmeister des afrikanischen Kinos Ousmane Sembene erzählt in einer Parabel mit wunderschönen Bildern die Geschichte der Beschneidung junger Mädchen in Moolaadé – Bann der Hoffnung. Vier Madchen weigern sich, sich beschneiden zu lassen, und suchen Schutz bei einer Frau mit einem starken Willen, die ihre eigene Tochter davor bewahrt hat. Der Film Congo River bietet eine faszinierende filmische Reise – inspiriert von Joseph Conrads Vorlage Herz der Finsternis.
Moolaadé – Bann der Hoffnung 
Senegal 2004 | Regie: Ousmane Sembene
Congo River 
Belgien 2006 | Regie: Thierry Michel

Lateinamerika: Träume von einem besseren Leben

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Madeinusa
Eine wahre Geschichte über Träume, die in einer globalisierten Welt von Medien gemacht und geschürt werden, zeigt El Bano Del Papa – Das große Geschäft von Enrique Fernandez und Cesar Charlone aus dem Jahr 2007. Der Papstbesuch, der Ausgangspunkt der Handlung ist, hat 1988 in Melo tatsachlich stattgefunden. Madeinusa ist der Name einer jungen Quechua-Indianerin, die in einem abgelegenen Dorf in der wilden Bergwelt der Anden lebt. Höhepunkt des Jahres ist die „Heilige Woche“, ein bizarres religiöses Osterfest. Joshua Marston inszenierte in Maria voll der Gnade sehr authentisch die Geschichte der 17-jährigen, temperamentvollen Maria, die sich in einer kolumbianischen Kleinstadt eingeengt fühlt und der Armut entfliehen möchte. Sie lässt sich als Drogenkurier anwerben und fliegt nach New York. Nostalgia De La Luz von Patricio Guzman ist eine poetische Parabel zwischen Astronomie und der Geschichte Chiles der letzten 50 Jahre.
El baño del Papa – Das große Geschäft 
Uruguay 2007 | Regie: Enrique Fernandez, Cesar Charlone
Madeinusa – Das Mädchen aus den Anden 
Peru 2005 | Regie: Claudia Llosa
Maria eres llena de Gracia – Maria voll der Gnade 
USA 2004 | Regie: Joshua Marston
Nostalgia de la Luz – Nostalgie des Lichts 
Chile 2010 | Regie: Patricio Guzman

Orient und Okzident: Widerspruch zwischen Politik und Religion

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Dr. Seltsam
Samuel Maoz setzt in dem Film Lebanon vier junge, israelische Soldaten in einen Panzer: Am ersten Tag des Libanon-Krieges 1982 sollen sie ein libanesisches Dorf aufsuchen. In Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen von Hajo Schomerus (2010) steht die Grabeskirche in Jerusalem im Fokus, in ihr sechs christliche Konfessionen Tür an Tür unter einem Dach. In Salami Aleikum überrascht Regisseur Ali Samadi Ahadi mit einer heiteren Multikulti-Geschichte um den strickenden Mohsen und die Vegetarierin Ana, die alle erdenklichen Widersprüche in sich vereinigen. Na Putu – Zwischen uns das Paradies von Jasmila Zbanic ist die Geschichte einer Beziehung zwischen einer Stewardess und einem Fluglotsen, die aufgrund neuer Konstellationen scheitert. Tangerine spielt in der Folie der marokkanischen Hafenstadt Tanger. Regisseurin Irene von Alberti inszeniert eine Geschichte einer schwierigen Freundschaft zwischen unterschiedlichen Welten. Auf realen Tatsachen basierend beschreibt Regisseur Xavier Beauvois in Von Menschen und Göttern die letzten Monate im Leben der Trappisten-Mönche von Tibhirine, die 1996 auf brutale und nie aufgeklärte Weise ums Leben kamen. Auch hier passt der alte Klassiker von Stanley Kubrick Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben, der einen Antagonismus der Absurditäten zwischen West und Ost im Kalten Krieg beschreibt.
Lebanon 
Israel 2009 | Regie: Samuel Maoz
Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen 
Deutschland 2010 | Regie: Hajo Schomerus
Salami Aleikum 
Deutschland 2008 | Regie: Ali Samadi Ahadi
Na Putu – Zwischen uns das Paradies 
Bosnien-Herzegowina 2010 | Regie: Jasmila Zbanic
Tangerine 
Deutschland 2008 | Regie: Irene von Alberti
Von Göttern und Menschen 
Frankreich 2010 | Regie: Xavier Beauvois
Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb –
Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben
 
Grosbritannien 1964 | Regie: Stanley Kubrick
Ute Mader
Kommunales Kino VHS Leverkusen Forum
Am Büchelter Hof 9
51373 Leverkusen
Tel. 0214-4064184
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http://www.vhs-leverkusen.de/ 

Zu allen Filmvorführungen findet eine Einführung mit Diskussion des Filmjournalisten Lutz Gräfe statt. 

EUR 4
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