Film
Spielzeit 12/13

Innenwelten – Außenwelten im Kommunalen Kino

Die Kooperation von Kommunalem Kino der VHS Leverkusen und Bayer Kultur wird auch 2012/13 fortgesetzt und präsentiert eine filmische Betrachtung von Innenwelten – Außenwelten. Die Filme setzen sich mit verschiedenen menschlichen Phänomenen auseinander: Aufgrund von bestimmten Begabungen oder körperlichen Einschränkungen der Menschen erfolgt eine besondere Sichtweise auf die Welt. Diese kann utopisch sein oder aus einem psychologischen Blickwinkel geschehen, wobei menschliche Abgründe immer wieder im Fokus stehen.
Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. In Kooperation mit dem Kommunalen Kino der VHS Leverkusen finden alle Veranstaltungen im Filmstudio im Forum statt.

Von Angst essen Seele auf zum Locked-In-Syndrom

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Angst essen Seele aufVergrößern
Angst essen Seele auf
Fassbinders Weltsicht ist geprägt von einer speziellen Wahrnehmung der Welt als Zeitgeist der 70er-Jahre und spiegelt sich in seinen Filmen kritisch wider. In seiner Interpretation von Fontanes Effi Briest oder Angst essen Seele auf erfolgt ein entlarvendes bis sezierendes Studium der Hauptfiguren in Bezug zur Betrachtung und Wahrnehmung ihrer Umwelt. An diese atmosphärische Verdichtung knüpft Werner Herzog mit seinem Film über Kaspar Hauser Jeder für sich und Gott gegen alle an, der die Bleierne Zeit von Margarethe von Trotta auf seine Weise vorwegnimmt. Julian Schnabels Debüt war im Jahre 1996 der Film über den amerikanischen Künstler Basquiat. 2007 inszenierte er nach dem autobiografischen Roman von Jean-Dominique Bauby den vielfach ausgezeichneten Film Schmetterling und Taucherglocke. Bauby kann nach einem Schlaganfall nur noch das linke Auge bewegen und diktiert mit dessen Blinzeln seine Memoiren.
Fontanes Effi Briest
Deutschland 1972-74 | Regie: Rainer Werner Fassbinder
Angst essen Seele auf
Deutschland 1973/1974 | Regie: Rainer Werner Fassbinder
Jeder für sich und Gott gegen alle
Deutschland 1974 | Regie: Werner Herzog
Basquiat
USA 1996 | Regie: Julian Schnabel
Schmetterling und Taucherglocke
Frankreich 2007 | Regie: Julian Schnabel

Psychologie und Persönlichkeitsstudien in der Sicht der europäischen Autorenfilmer

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Auf Liebe und TodVergrößern
Auf Liebe und Tod
Europäische Autorenfilmer wie Ingmar Bergman, Luchino Visconti und François Truffaut eröffnen besondere Sichtweisen auf ihre Welt und schaffen eine dichte Atmosphäre, von Leidenschaft und Gefühlen geprägt. Abend der Gaukler, einer der früheren Filme Bergmans aus den 50er-Jahren, eröffnet einen Fokus auf die Zirkuswelt mit all ihren emotionalen Konsequenzen. Die Welt des Zirkus wird ebenfalls in Fellinis Drama La Strada zum Thema. Es regnet auf unsere Liebe von Bergman nimmt die Wahrnehmungen eines Paares in den Fokus, das aus ökonomischen Gründen aufs Land ziehen muss und dort argwöhnisch als Außenseiter betrachtet wird. Die Geschlossenheit der italienischen Gesellschaft zeichnet Luchino Visconti in Bellissima aus dem Jahre 1951, geprägt vom Ehrgeiz einer Mutter, die ihr Kind beim Film unterbringen will, um selbst der Armut entfliehen zu können. Visconti eröffnet mit den Filmen Der Leopard und Der Fremde einen speziellen Einblick in Dramen, die eine dichte und beklemmende Atmosphäre aufweisen. François Truffaut nimmt gerne die Welt des Scheins und Seins in der Gesellschaft aufs Korn. Im Thriller Auf Liebe und Tod deckt er genial unangenehme Wahrheiten auf.
Abend der Gaukler
Schweden 1953 | Regie: Ingmar Bergman
La Strada – Das Lied der Straße
Italien 1954 | Regie: Federico Fellini
Es regnet auf unsere Liebe
Schweden 1946 | Regie: Ingmar Bergman
Bellissima 
Italien 1951 | Regie: Luchino Visconti
Der Fremde
Italien 1967 | Regie: Luchino Visconti
Auf Liebe und Tod
Frankreich 1983 | Regie: François Truffaut

Wahrnehmungen politischer Kultur bei In- und Out-Groups in aller Welt

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Von Kanada aus richtet Denis Villeneuve den Blick in den Nahen Osten. In Die Frau, die singt eröffnet er den Kindern einer Emigrantin die ihnen bis dahin unbekannte politische Vergangenheit. Einen ähnlichen Weg von Deutschland nach Argentinien beschreibt Florian Cossen mit dem Streifen Das Lied in mir. Eine junge Frau entdeckt ihre verdrängte Herkunft – als kleines Mädchen wurde sie illegal von einem deutschem Ehepaar adoptiert. Lucía Puenzo aus Argentinien zeigt in XXY die Desorientierung eines jungen Menschen, der trotz einer anderen Chromosomeninformation gerade versucht, erste sexuelle Erfahrungen zu sammeln und eine Identität zu finden. In Österreich traut sich eine junge Generation von Filmemachern, Tabuthemen anzugehen. Karl Markovics inszeniert in Atmen den Gefängnisaufenthalt des 19-jährigen Roman Kogler, der in einer Sonderstrafanstalt für Jugendliche eine achtjährige Freiheitsstrafe wegen Totschlags verbüßen muss. Anja Salomonowitz untersucht in ihrem Film Kurz davor ist es passiert die Wege des Frauenhandels aus dem Osten. Ein wichtiger Regisseur bezüglich dieser politischen, psychischen und sozialen Sicht ist Hans Weingartner mit den Filmen Das weiße Rauschen, Die fetten Jahre sind vorbei und seinem neuesten Werk Die Summe meiner einzelnen Teile.
Die Frau, die singt
Kanada 2009 | Regie: Denis Villeneuve
Das Lied in mir
Deutschland / Argentinien 2009 | Regie: Florian Cossen
XXY
Argentinien 2007 | Regie: Lucía Puenzo
Atmen
Österreich 2011 | Regie: Karl Markovics
Kurz davor ist es passiert
Österreich 2006 | Regie: Anja Salomonowitz
Die fetten Jahre sind vorbei
Deutschland/Österreich 2004 | Regie: Hans Weingartner
Die Summe meiner einzelnen Teile
Deutschland 2011 | Regie: Hans Weingartner

Atmosphärisch dichte Capriccios der Bilder

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Die Frau des LeuchtturmwärtersVergrößern
Die Frau des Leuchtturmwärters
Die Frau des Leuchtturmwärters von Philippe Lioret zeigt die beeindruckende Atmosphäre, wenn man sich mitten im Meer in einem Leuchtturm aufhält. Percy und Felix Adlon thematisieren die dramatischen Details der gewaltigen Liebe des Musikers Gustav Mahler in Mahler auf der Couch. In Willkommen bei den Sch’tis von Dany Boon wird ein französischer Postbeamter vom Süden in den kalten Norden mit seinem schwer verständlichen Dialekt versetzt. Dany Kouyaté begibt sich mit Ouaga Saga an den Ort, an dem die Menschen nicht nur in Afrika Filme anschauen: Das Kino ist hier einer der wichtigen Treffpunkte, ein Ort der Emotionen, denen man freien Lauf lassen kann. Vera Chytilová geht in ihrem Tausendschönchen aus den 60er-Jahren bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Ihr Film wurde nach dem Prager Frühling verboten, denn die beiden Mädchen Jezinka und Jarmila toben spielerisch durch die Gesellschaft und hinterlassen eine Spur der Zerstörung, der sie schließlich selbst zum Opfer fallen.
Die Frau des Leuchtturmwärters
Frankreich 2004 | Regie: Philippe Lioret
Mahler auf der Couch
Deutschland/Österreich 2010 | Regie: Percy Adlon, Felix Adlon
Willkommen bei den Sch’tis
Frankreich 2008 | Regie: Dany Boon
Ouaga Saga
Burkina Faso 2005 | Regie: Dani Kouyaté
Tausendschönchen
Tschechien 1966 | Regie: Vera Chytilová
The Artist
Frankreich 2011 | Regie: Michel Hazanavicius
Salmon Fishing in the Yemen – Lachsfischen im Jemen
Großbritannien 2011 | Regie: Lasse Hallström
Ute Mader
Kommunales Kino VHS Leverkusen Forum
Am Büchelter Hof 9
51373 Leverkusen
Tel. 0214-4064184
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http://www.vhs-leverkusen.de/ 

Zu allen Filmvorführungen findet eine Einführung mit Diskussion des Filmjournalisten Lutz Gräfe statt. 

EUR 4
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