KONZERTE
Spielzeit 2013/14

Referat Musik

Vieles ist ungewöhnlich in unseren Konzertprogrammen der Spielzeit 2013/14 – wie sollte es auch anders sein, wenn man Trouvaillen zu seinem Thema macht. Es gibt dabei – wenn man so will, als logische Konsequenz aus der Themenwahl – in dieser Saison keinen inhaltlichen Schwer- punkt, der sich durch einzelne Konzertreihen oder gar – wie in der letzten Saison im Falle Schuberts – durch alle Reihen verfolgen lässt. Es sei denn, man betrachtet eben die Tatsache, dass einem auf Schritt und Tritt Unbekanntes begegnet als „roten Faden“.
Carolin Sturm | Referat MUSIK
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Carolin Sturm | Referat MUSIK
Für unser orchestra in residence l’arte del mondo sind „Ausgrabungen“ (und was sind Ausgrabungen anderes als Trouvaillen) sozusagen das „Tagesgeschäft“. Eigentlich gibt es bei diesem Ensemble gar keine Programme, die aus- schließlich Repertoirewerke beinhalten – jedenfalls nicht in den gemeinsamen Projekten mit Bayer Kultur. Und es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, wie spannend und aufregend es dabei immer wieder ist, mit der Musik unbekannter Komponisten in dem unnachahmlichen interpretatorischen Zugriff dieses Ensembles, bekannt gemacht zu werden. In diesem Jahr stellt Werner Ehrhardt das sinfonische Schaffen von Johann Franz Xaver Sterkel (1750 – 1817) in den Mittelpunkt seines Programms in der Sinfoniekonzert-Reihe. Dass Ludwig van Beethovens revolutionäre Symphonik keinesfalls aus dem „Nichts“ heraus entstanden ist, zeigt die direkte Gegenüberstellung seines sinfonischem Erstlings, der C-Dur Sinfonie op. 21 aus dem Jahre 1800 mit Sterkels D-Dur Sinfonie.

Die Junge Deutsche Philharmonie – diesmal also ein Heimspiel in unserer internationalen Reihe mit den führenden Nachwuchsorchestern Europas – präsentiert uns die ob des riesigen Aufführungsapparats selten zu hören- den Planets von Gustav Holst; Haben Sie den Namen Ilja Schachow schon mal gehört? Wahrscheinlich nein. Einer der besten Trompeter unserer Zeit, Reinhold Friedrich, präsentiert Ihnen sein Romantisches Konzert für Trompete und Orchester mit dem Orchestre National de Montpellier; sogar die Bamberger Symphoniker mit ihrem Chefdirigen ten Jonathan Nott und unserem stART-Solisten Alexander Krichel haben, auf unseren Wunsch hin, eine Trouvaille mitgebracht: György Ligetis Melodien. Last but not least: die Bayer Philharmoniker mit Ihrem ideenreichen Chefdirigenten Bernhard Steiner: Mit Richard Wagners früher, kaum je gespielter Ouvertüre zu Theodor Apels historischem Drama Columbus WWV 37 A huldigen sie anlässlich seines 200. Geburtstags dem Bayreuther Meister.

Nicht genug damit: Auch in der Kammerkonzert-Reihe gibt es eine Hommage an Richard Wagner, in diesem Fall aber eine großangelegte. Bayer Kultur hat das Ensemble Festivo und seinen innovativen künstlerischen Leiter Johannes Erkes beauftragt, bekannte und weniger bekannte Werke für dieses exzellente Kammermusikensemble arrangieren zu lassen. Als Vokalsolistin wirkt keine Geringere als Ruth Ziesak mit, die der Neufassung der Wesendonck-Lieder vier Lieder von Franz Liszt gegenüberstellt, die einem deutlich vor Augen führen, dass Richard Wagner seinem Schwiegervater auch künstlerisch einiges zu verdanken hat (was er natürlich niemals zugegeben hätte!). Konzerte für Marimbaphon und Streichquartett von Emmanuel Séjourné und Ney Rosauro mit Katarzyna Myćka und dem zuletzt für seinen Schostakowitsch-Zyklus weltweit gefeierten Mandelring-Quartett hört man nicht alle Tage, ebenso wenig wie das durch Franz Schubert inspirierte Programm von Franui. Der Faszination dieses in Osttirol verwurzelten Ensembles, das bei den Salzburger Festspielen enthusiastisch gefeiert wurde, kann man sich nicht entziehen. Dies gilt in gleichem Maße für das neue Spitzenensemble für die Musik des 17. Jahrhunderts: Scherzi Musicali aus Belgien. Wer das Programm mit Werken von Jacopo Peri, Giulio Caccini und Emilio de’ Cavalieri mit dem Titel Recitar cantando oder: Ziemlich beste Feinde (nicht: Freunde!) überschreibt, weiß, was er tut. Eine Trouvaille der ganz besonderen Art! Dass unser stART-Cellist Valentin Radutiu seinen Zyklus mit Werken von George Enescu weiterführt, ist Ehrensache.

Unser auf vier Spielzeiten angelegter Zyklus mit den internationalen Klavier-Stars der jüngeren Generation geht nunmehr schon in die dritte Runde. Auf unserer spannenden Entdeckungsreise stellen wir Ihnen dieses Mal neben unserem stART-Künstler Alexander Krichel die Chinesin Jin Ju, die Bulgarin Plamena Mangova, die in Russland geborene Viviana Sofronitsky sowie den inzwischen weltweit gefeierten Kanadier polnischer Abstammung Jan Lisiecki vor. Trotz seines jugendlichen Alters von 18 Jahren wird ihm von allen Seiten neben seinen beeindruckenden technischen Fähigkeiten eine erstaunliche künstlerische Reife attestiert. Alle Programme warten mit pianistischen Entdeckungen auf, die sich hinsichtlich ihrer Entstehungszeit von Johann Wilhelm Hässler (*1747) bis zu Sonja Gubaidulina (*1931) erstrecken.

Zu unseren stART-Künstlern der Klassik gesellt sich mit Beginn der neuen Spielzeit die sehr vielseitige Komponistin, Pianistin und Sängerin Olivia Trummer in der Sparte Jazz (nur nebenbei: sie weiß sich sehr wohl auch ausgezeichnet auf „klassischem Terrain“ zu bewegen). Wer diese junge Künstlerin in der Spielzeit 2011/12 in unserer Jazz-Kulisse mit ihren ebenso intelligenten wie witzigen deutschen Songs erlebt hat, wird sie in allerbester Erinnerung haben. Olivia Trummer wird unsere Programme (und zwar nicht nur in den Jazz-Reihen) mit Sicherheit auf ganz individuelle Art und Weise bereichern.

Apropos Jazz! Natürlich können wir Ihnen auch hier etliche spannende Entdeckungen ankündigen; daneben aber auch bekannte Gesichter mit ihren jeweils neuen Programmen sowie die WDR Big Band, die aus unserem Angebot mittlerweile gar nicht mehr wegzudenken ist. Der Jazz ist nach drei Jahren wieder zum festen und wichtigen Bestandteil unseres Konzertangebots geworden.
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