KUNST
Giovanni Bologna

Mars

Giovanni Bologna (1529-1608), Mars (Mitte der 1570er-Jahre), Bronze, 39,6 cm
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Giovanni Bologna (1529–1608)
Mars (Mitte der 1570er-Jahre)
Bronze
39,6 cm
Der Bayer-Vorstand erhielt die Skulptur Mars in den 1980er-Jahren als Schenkung von einem Bayer-Mitarbeiter – mit der Auflage, sie in einem repräsentativen Bereich des Unternehmens zu zeigen. Damit ist die Skulptur eine Ausnahmeerscheinung im Kunstbesitz der Bayer AG, der sich auf das 20. Jahrhundert konzentriert.

Giovanni Bologna – genannt Giambologna – war Schüler des flandrischen Bildhauers Jacques Dubroeucq. Um 1550 reiste Giambologna nach Italien. In Florenz lernte er den späteren Großherzog Francesco de’ Medici kennen, der ihn 1561 zu seinem Hofbildhauer ernannte. Giambolognas Werkstatt wurde Treffpunkt für junge italienische, niederländische und deutsche Künstler.

Der Bildhauer gestaltete große Plastiken wie die Allegorie Florenz, über Pisa triumphierend, den berühmten Raub der Sabinerinnen, die Bronzestatue La Fiorenza oder eine Reiterstatue Cosimo I. de’ Medicis. Darüber hinaus schuf er aber auch zahlreiche kleinere Bronzen, die beispielsweise die habsburgischen Kaiser und Privatsammler erwarben. Die Skulpturen gelangten so in viele Länder und prägten den europäischen Manierismus.

Das Motiv des Kriegsgottes Mars variierte Giambologna häufig. Meist zeigte der Bildhauer den Gott energisch schreitend. In einigen Versionen hält Mars ein Schwert in der rechten Hand.

Die Mars-Statue, die sich im Besitz der Bayer AG befindet, stellt den Gott als muskulöse, bärtige Männerfigur mit entschlossenem Ausdruck dar. Sie macht einen großen Schritt – offensichtlich ein Ausschnitt aus einer Folge von Bewegungen. Die Statue wirkt so sehr lebendig. Die Gestaltung folgt der Idee der „Vielansichtigkeit“: Je nachdem, wo sich der Betrachter befindet, erhält er einen vollständigen Blick auf die Figur von unterschiedlichen Standpunkten. Giambologna schuf mit diesem Stil eine Neuerung, die im Florenz des 16. Jahrhunderts kontrovers diskutiert wurde.

Giambologna schenkte die Bronze dem Kurfürsten Christian I. von Sachsen, der sie im Jahr 1578 im Inventar seiner Kunstkammer verzeichnete. Die Skulptur ist damit die einzige Version des Mars, die zu Lebzeiten des Bildhauers schriftlich bezeugt ist.
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