KUNST
Max Beckmann

Orchideenstilleben mit grüner Schale

Max Beckmann (1884-1950), Orchideenstilleben mit grüner Schale (1943), Öl auf Leinwand, 60 x 90 cm, Erworben von Bayer 1950, © VG Bild-Kunst; Bonn 2007
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Max Beckmann (1884–1950)
Orchideenstilleben mit grüner Schale (1943)
Öl auf Leinwand
60 x 90 cm
Erworben von Bayer 1950
© VG Bild-Kunst; Bonn 2007
Max Beckmann zählt zu den bedeutendsten deutschen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Sein Frühwerk war vom deutschen Impressionismus geprägt. Der Erste Weltkrieg veränderte seinen Stil jedoch deutlich in Richtung Expressionismus; den Raum gliedert er nun oft kubistisch.

Unter den Nationalsozialisten galt Beckmanns Werk als „entartet“ und wurde in Propaganda-Ausstellungen diffamiert. Im Juli 1937 fand in den Münchner Hofarkaden die berüchtigtste dieser Schmähungen statt: die Ausstellung Entartete Kunst, in der auch zehn Arbeiten Beckmanns gezeigt wurden. Die dort verunglimpften Künstler gelten heute als Meister der Moderne.

Bereits 1933 entließ die damals gleichgeschaltete Frankfurter Städelschule Max Beckmann fristlos aus seiner Professur. Der Künstler zog daraufhin nach Berlin, verließ aber bereits 1937 Deutschland für immer: Zunächst emigrierte er nach Amsterdam.

Hier schuf Beckmann rund 280 Ölbilder – ein Drittel seines gesamten malerischen Werks. Seine Bilder wurden umso leuchtender und lebendiger, je bedrückender die äußeren Umstände waren. Beispiele dafür sind seine Stillleben: Insgesamt schuf Beckmann seit Beginn der 1920er-Jahre mehr als 140 solcher Werke. Im Zentrum vieler Stillleben aus der Amsterdamer Zeit stehen Blumen – in diesem Fall Orchideen. Sie sind ein Symbol blühender Lebensfreude. Obwohl die Bildausschnitte durchgehend eng gewählt sind und Wände die Motive begrenzen, entfalten die Blüten ihre volle Schönheit.

Bereits 1939 bewarb Beckmann sich um ein Visum für die USA und wanderte 1947 schließlich dorthin aus. In seinen letzten Lebensjahren in den USA erhielt er höchste Anerkennung; zahlreiche Ausstellungen zeigten seine Arbeiten.
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