Bayer Kultur
Trouvaillen

Die Spielzeit 2013/14

Waren es in den vergangenen Spielzeiten jeweils anspruchsvolle philosophisch-gesellschaftspolitische Themen, assoziiert man mit dem Terminus Trouvaillen, dem Motto der Spielzeit 2013/14, womöglich keine „bedeutungsschweren“ Inhalte, eher „Nettigkeiten“, „Unterhaltsames“ – in jedem Fall aber weniger Bekanntes oder gar völlig Unbekanntes.
Dr. Volker Mattern | Leiter Bayer Kultur
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Dr. Volker Mattern | Leiter Bayer Kultur
Dass sich – wollte man versuchen, den eigentlich in seiner Vielschichtigkeit unübersetzbaren Begriff doch zu übersetzen – unter unseren „Wieder- und Neuentdeckungen“ bzw. den (künstlerischen) „Fundstücken“ aber auch komplexe und anspruchsvolle Angebote finden, muss angesichts unseres ambitionierten Grundkonzepts nicht eigens betont werden. Dass bei der Fülle der Angebote neben den vielen Trouvaillen auch immer wieder Bewährtes und Bekanntes steht, liegt auf der Hand.

In Summe ist unser Kultur-Angebot jedenfalls noch reichhaltiger geworden. Aber vor allem haben wir erneut auch inhaltlich unsere Strukturen den sich ständig ändernden Gewohnheiten und Erwartungen unseres Publikums angepasst: Die KONZERT-Reihen beinhalten jetzt fünf Veranstaltungen, werden aber durch spezielle Jugend-Angebote ergänzt. Die Reihe SCHAUSPIEL heute haben wir unter dem neuen Titel STUDIOzeitSTÜCKE in unsere immer beliebter werdende kleine Spielstätte verlegt. Dies hat natürlich auch inhaltliche Gründe. Neue Theaterformen oder experimentelle szenische Umsetzungen sind in diesem Spielraum einfach besser platziert. Die Atmosphäre ist dichter, das Publikum partizipiert „hautnah“ am dramatischen Geschehen. Dies trifft im Übrigen auch auf die bisherige STUDIO-Reihe zu, die wir selbstverständlich fortführen. Mit ihren oft überraschenden Formen, vom Papiertheater über Soloprogramme bis hin zu heiter-besinnlichen oder kabarettistischen Abenden mit Musik, gehört sie zu unseren beliebtesten Konzepten überhaupt. Auch diese Reihe bekommt – zwecks Unterscheidung zu den STUDIOzeitSTÜCKEN – einen neuen Namen: STUDIOmix. Also: zwei STUDIO-Reihen statt einer.

Eine komplette Neuausrichtung gibt es bei unseren Angeboten für Jugendliche und junge Erwachsene. Der eher altbackene Begriff Jugend-Abo und die dahinter stehende Struktur verschwinden. Unsere Devise heißt im Bereich -16+x jetzt kurz und knapp „Jugend“! Und das Angebot für die 14 bis 25 Jährigen ist jetzt größer und farbiger und jeder kann seine favorites aus dem umfangreichen Angebotskatalog selbst zusammenstellen. Die vielleicht wichtigste Neuerung dabei: Wir haben für die angesagtesten Musikrichtungen dieser Zielgruppe einen eigenen „Sendeplatz“ eingerichtet. Unser STUDIO wird ab sofort auch dreimal im Jahr zur Experimentierbühne für junge Bands und aktuelle Musik aus Leverkusen und Umgebung. Das Konzept und die Auswahl der Bands liegt dabei in Händen des 18-jährigen Leverkuseners Varol Kiyar. Natürlich stehen den Jugendlichen nach wie vor auch alle anderen Konzerte und Aufführungen offen. Ja sogar die Oper hält Einzug in unser Jugendangebot: André Bückers Inszenierung von Georg Friedrich Händels Serse spielt in der Gegenwart, ist bei allem „Sex and Crime“ auch witzig und unterhaltsam. Happy End mit dicken Tränen garantiert!

Ebenfalls neu: Wir produzieren zwei sogenannte „Klassenzimmerstücke“, die ganzjährig in den Schulen – wie der Name sagt: im Klassenzimmer – gespielt werden können, kooperieren beim Jugendtheater stärker mit der freien Szene in Leverkusen und Köln und stellen neben das neue Format unseres Eröffnungsfestes ergänzend eine Eröffnungsparty. Bei den JUGEND-Stücken kooperieren wir natürlich auch weiter mit unseren bewährten Freunden aus Berlin (dem Jungen DT und der Busch-Hochschule) sowie aus Leipzig. Die Koproduktion Crystal mit dem dortigen Theater der Jungen Welt wird in Leverkusen uraufgeführt. Auch in unserem Education-Programm Mitmachen! gibt es viele tolle Angebote und ein ganz besonderes Highlight: TV- und Filmstar Samuel Finzi gestaltet mit 10 Darstellern des Jungen Theaters Leverkusen einen Workshop über seine Interpretation von Gogols Tagebuch eines Wahnsinnigen, die am selben Abend dann im Bayer Kulturhaus zu erleben sein wird. Der Beginn der Zusammenarbeit mit unseren beiden stART- Künstlern Valentin Radutiu und Alexander Krichel hätte besser nicht sein können. Sehr erfolgreiche CD-Produktionen und Konzert-Debuts haben den Boden bereitet für die Highlights in dieser Saison. Einen ähnlich erfolgreichen Beginn wünschen wir natürlich auch unserer neuen stART- Künstlerin in der Sparte Jazz, der jungen, in Berlin und New York lebenden Komponistin, Sängerin und Pianistin Olivia Trummer. Herzlich willkommen!

Es freut mich ungemein, dass wir im Rahmen unserer Hauptstadt-Aktivitäten mit der Deutschen Oper Berlin einen hochkarätigen Koproduktions-Partner für die Spielplan-Position „Musiktheater des 21. Jahrhunderts“ gewinnen konnten. Dies verspricht ohne Zweifel höchst spannend zu werden. A propos Berlin! In seiner Rede zur Vernissage der Jubiläumsausstellung Von Beckmann bis Warhol im Martin-Gropius-Bau, die bei Publikum und Presse übrigens auf eine überaus positive Resonanz gestoßen ist, zollte Kulturstaatsminister Bernd Neumann nicht nur der Ausstellung, sondern auch der Kulturarbeit von Bayer im allgemeinen großes Lob und betonte die Bedeutung für die Region am Standort Leverkusen und für Berlin.

Sie sehen, dass mein Team und ich für Sie, liebe Freunde von Bayer Kultur, auch in dieser Spielzeit ein höchst schmackhaftes und abwechslungsreiches Kultur-Menü zusammengestellt haben, das neben Bekanntem und Beliebtem auch in allen Sparten interessante, bisweilen sogar spektakuläre Trouvaillen bereit hält.

Auch im Namen aller meiner Kolleginnen und Kollegen begrüße ich Sie sehr herzlich zur neuen Spielzeit 2013/14 und wünsche Ihnen viele Anregungen, spannende Veranstaltungen und Freude an KONZERTEN, OPER, TANZSCHAUSPIEL und KUNST. Wir freuen uns auf Sie!

Ihr
Dr. Volker Mattern
Leiter Bayer Kultur
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