Presse

Pressestimmen


An dieser Stelle finden Sie von nun an ausgewählte Pressestimmen zu Veranstaltungen von Bayer Kultur - viel Spaß beim Lesen!

Russische Nationalphilharmonie  |  Gautier Capucon

Zwischen den beiden russischen Giganten gab es ein - auch interpretatorisch - etwas feiner gestricktes Stück französischer Salonromantik: das a-Moll-Violoncellokonzert op. 33 von Camille Saint-Saens. Vom plötzlich domestiziert anmutenden Orchester halbwegs pfleglich behandelt, bestach der Solist Gautier  Capucon, einer der gegenwärtig Größten seines Fachs, hier mit variablem Ton, edler Kantilene und virtuoser Technik.
Leverkusener Anzeiger, 14. Dezember 2011

Weißer Rabe, schwarzes Lamm

Das Junge Theater Leverkusen hat für seine Aufführung im Erholungshaus eine Mischung aus Lesung und szenischem Spiel gewählt. Regisseurin Petra Clemens drehte kleine Impressionen vom Bayerkreuz bei Nacht, dem Wasserfall sowie dem Stamm der Blutbuche im Schlosspark, Koppeln des Bayer-Reitervereins und Tohuwabohu im Trödelladen.
Diese feinen Bilder liefen punktuell auf Großleinwand im Hintergrund. Das szenische Spiel war ebenfalls sporadisch. Aber es unterstützte die Erzählung ungemein. Emotionen, Lachen, Freude, Bestürzung und Liebe brachten die Schauspieler ohne große Worte mit anrührender Leichtigkeit ins Spiel. Das machte den Text noch intensiver, veranlasste zum Innehalten.
Leverkusener Anzeiger, 12. Dezember 2011

Pasquale Anfossi: La finta giardiniera

Der Schauplatz des damals so beliebten Intrigen- und Verwirrspieles ist das Gutshaus des Podesta in Lagonegro. Hierher ist die Marchesa Violante gekommen und hat dort unter dem Namen Sandrina eine Stellung als Gärtnerin angetreten. Sie ist tief betrübt, denn ihr Geliebter, Graf Belfiore hatte sie aus Eifersucht niedergestochen und glaubt jetzt, sie wäre tot. Dennoch ist Violante noch immer von tiefer Liebe zu ihm erfüllt. Nuria Rial versteht es, dieses warmherzige Gefühl mit leicht glockigem Sopran klagend, gut akzentuiert und überzeugend darzustellen. Ihr früherer Geliebter, Graf Belfiore, wird von Krystian Adam wandlungsfähig interpretiert. Jede Phrase ist prägnant ausgearbeitet und mit seinem warm fließenden, dennoch markigen Tenor erfüllt er mit viel tenoralem Schmelz und sicheren, nur selten etwas scharfen Höhen die Partie. Der Graf erscheint als Bräutigam anlässlich seiner Hochzeit mit Arminda, der Nichte des Podesta. Den etwas arroganten Ton der ein wenig hochnäsigen aber durchaus gefühlvollen Arminda trifft Katja Stuber mit dem Facettenreichtum ihrer Stimme, den von ihr verlassenen Cavaliere Ramiro versteht Maria Espada sowhol mit geläufigen Koloraturen, hübschen, aufblühenden Höhenregistern und biegsamen Legato-Bögen fesselnd darzustellen.
Ensetzt erblickt die Marchesa Violante in dem Bräutigam Belfiore ihren geliebten Grafen, sie fällt in Ohnmacht, und erst jetzt erkennt der Graf seine totgeglaubte Violante. Nach einer Entführung Violantes in einen finsteren Wald, nach einem verleumderischen Brief, Wahnsinns- und Ohnmachtsanfällen finden schließlich alle drei Paare zusammen: Graf und Violante, Ramiro und Arminda und auch das Buffopaar Nardo und Serpetta. Dieses letzte Paar erfrischte das Geschehen mit fulminatem Leben. Florian Götz präsentiert die Rolle des NArdo ein wenig an Walter Berry erinnernd, markant, kraftvoll, humorvoll und mit sauber tragenden Pianotönen. Als muntere PArtnerin erteilt ihm Monika Reinhard eine freche Lektion, wie sie sich die Tugenden eines Ehemannes vorstellt, und wehe, er würde sie nicht erfüllen. Der souverän auftretende Podesta, Miljenko Turk, wird sicher nach seiner enttäuschten Liebe zu Sandrina mit seinem wohltönenden Bariton bald eine neue Dame bezirzen.
Opernglas, Ausgabe 12/2012

Midori  |  Özgür Aydin

Lauter Stücke, die wegen ihres technischen Anspruchs gefürchtet sind. Schuberts Variationskomplex ganz besonders.
Doch weder artistische Virtuosität (technik spielt für beide keine Rolle, sie ist einfach da), noch überquellendes Gefühl stellt das Duo in den Muttelpunkt. Das Spiel der beiden lebt vom nie versiegenden Energiestrom, auch über Pausen hinweg. Wieder so ein Paradox: Je in sich gekehrter, je leiser einzelne Töne oder ganze Passagen, desto intensiver deren Wirkung, beispielhaft in den langsamen Sätzen zu erleben, die vor allem Midori als Seelenmelodie begreift. - als Seelenmelodie einer universellen menschlichen Empfindung.
Leverkusener Anzeiger, 26. November 2011

Manta

Wo vorne ist, wo hinten, wo der Kopf steckt oder die Füße - das können die Betrachter kaum erkennen. Ist das ein Bacuh- oder ein Po-Tanz? der Stoff und die artistische Körperbeherrschung der Tänzerin stellen diese Fragen, die rhetorische Fragen sind. [...] Dei Hülle verbirgt und bedeckt alles Persönliche. Nur die Augenpartie ist das Fenster nach außen. Was das heißt, macht sie beklemmend sichtbar. Wie in Edvard Munchs "Schrei" zeichnet sich ihr Gesicht unter dem Schleier ab, wenn sie einatmet und dabei kaum Luft bekommt.
Dieser Schleiertanz ist ein unerhörter Aufschrei. zum Befreiungstanz wird er zum Schluss, wenn sich Héla Fattoumi durch einen Berg von Tüchern gefaltet hat. Denn: Was sie einengt, macht sie auch stark. Kämpferisch entkommt sie diesem Stofflabyrinth. Sie entledigt sich jeder Art von textilem Zwang, indem sie ihn erledigt.
Leverkusener Anzeiger, 17. Oktober 2011

NippleJesus

Denn David - famos gespielt von Hermann Book (Deutsches Schauspielhaus Hamburg) - setzt sich gerade durch seine ätzenden Schipftiraden mehr und mehr mit dem Wesen der Kunst auseinander - und entlarvt deren Überheblichkeit. Nur um am Ende zu merken, dass er auch nur Teil einer wichtigtuerischen "Performance" der Künstlerin gewesen ist.
All seine Wut brucht sich Bahn in einer Schimpfkanonade auf die Künstlerin, die das Publikum einmal mehr zu schallendem Gelächter hinreißt. Dabei ist sie eigentlich eine Mahnung: Ihr Künstler der Welt, nehmt die Menschen ernst und bleibt auf dem Boden. Bleibt verständlich in Eurer Kunst und kommt aus eurem Paralleluniversum für Durchgeknallte zurück.
Book hat Leverkusen einen lehrreichen und in hohem Grade witzigen Abend beschert. Hornby würde sich eins grinsen.
Leverkusener Anzeiger, 15. Oktober 2011

Nationale Jugendphilharmonie der Türkei  |  Bernd Glemser

Die Männer und Frauen im Alter von 16 bis 22 Jahren erteilten eine zweistündige Lehrstunde in Sachen musikalischer Integration. Die Wucht vor allem der Streicher in diesem Riesen-Ensemble war mitreißend. [...]  Der famose Auftritt des Pianisten Bernd Glemser beim Liszt-Klavierkonzert in Es-Dur geriet darüber beinahe - aber nur beinahe - zur Randnotiz.
Leverkusener Anzeiger, 1. Oktober 2011

Singer Pur

Seelenmusik formte das vielfach ausgezeichnete deutsche a-cappella-Ensemble über zwei Stunden hinweg mit einer Auswahl, in der die leisen Töne überwogen und so die Besucher nach einer lauten Woche neu hören lehrte.
Es war so still wie in nur wenigen Konzerten. Absolut fasziniert sog das Publikum den weichen und innigen Sound dieses Sextetts ein [....]. Das lupenrein intonierende Ensemble, dem die Fachpresse den Stempel "derzeit führendes deutschsprachiges Vokalensemble" aufdrückte, setzt vor allem auf intelligente und abwechslungsreiche Arrangements.
Als schlichtes Strophenlied geht hier nichts durch, jede Wiederholung ist anders gestaltet, niemals übernimmt eine Stimme für ein ganzes Stück die Führung, sondern man gibt sich gegenseitig Raum, so dass der Hörer immerzu neue Entdeckungen macht. Da nutzt sich nichts ab, es bleibt immer spannend. Jede Phrase ist genau durchformuliert und in gemeinsam ausbalancierter Dynamik gestaltet und zwar mit solcher Reinheit, dass Disharmonien nicht ausgehalten, sondern genossen werden.
Rheinische Post, 27. September 2011
 
Gesungen hat Singer Pur in gewohnter und erwarteter Meisterschaft: Feine Tönung, klare Linie, erlesene Stimmführung, stilistische Distinktion.
Leverkusener Anzeiger, 26. September 2011

Maria Magdalena

Regisseur Alexander Brill hat den Stoff von der Mitte des 19. Jahrhunderts in die Gegenwart katapultiert und zum Islam konvertieren lassen. Eine Übertragung eins zu eins wäre ohnein unglaubwürdig, weil die von Hebbel angeprangerte patriarchalische Struktur nicht mehr der Realität der deutschen Familie 2011 entspricht. Die Problematik trifft sehr wohl die Lebenssituation von muslimischen Migranten in Deutschland.
Das bestätigen die Mitglieder des Ensembles, die aus verschiedenen Ländern des Orients stammen. Die Rollen in der Aufführung sind authentisch und glaubhaft besetzt, jeder Darsteller hat im Programmheft seine eigene Figur charakterisiert und definiert. [...] Die völlig neuen, im Ensemble entwickelten Dialoge vermitteln die Konflikte jedes einzelnen und die Rolle, die ihm in Familie und unmittelbarer Umgebung auferlegt wurde.
Rheinische Post, 23. September 2011

Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen

In der finalen Sequenz ist Beil "natürlich" Beil und sitzt Schnitzel kauend neben PEymann, der sein - vielleicht - noch größernwahnsinnigeres Alter Ego spielt. Die Groteske auf den Theaterbetrieb trifft den Nerv des Publikums besonders in diesen klamaukigen Szenen, wenn es immer wieder heißt: "Peymann beißt ins Schnitzel." "Für die gewaltigen Wiener Schnitzel" bedankt sich das Berliner Ensemble beim Restaurant Kulisse via Programmheft. Die von Thomas Bernhard verfasst Trilogie gibt einen bezaubernden wie auch intimen Einblick hinter die Kulissen. Das 2006 für die Wiener Festwochen vom Berliner Ensemble inszenierte Stück ist kurzweilige Unterhaltung für den Betrachter. Für Leverkusen ist das Engagement der Theatergroßmeister ein Coup.
Coolibri online, 10. September 2011

Philipp Köster

Und es war genau der Begriff "oldschool", der das Gastspiel Kösters bestens umschrieb und erklärte, warum der Sportjournalist des Jahres 2010 mehr zuschauer in das Bistro des Erholungshauses lockte als jeder namhafte Autor vor ihm. [...] Dass Köster mit diesem famosen Programm einen Nerv trifft - den der Sehnsucht nach der "guten, alten Zeit", die manchmal eben wirklich besser war -, zeigte sich auch dran, dass ihm am Ende ein Publikum applaudierte, in dem vom jugendlichen Fan bis zum Senior alle Generationen saßen.
Leverkusener Anzeiger, 16. September 2011 
 
Köster plauderte übr kuriose Begegnungen mit Fußballern und ließ sich über das Missverhältnis von Bierkonsum und Blasenschwäche in Fanbussen aus. Nach einem hächst vergnüglichen Abend entließ er sein Publikum ins echte und ernste Leben an die TV-Bildschirme zu den letzten Minuten des Auftaktspiels der Champions League.
Rheinische Post, 17. September 2011

Festliche Eröffnung der Spielzeit

Pulsierend, lebendig, rundum beglückend stimmte das Hausorchester l'arte del mondo, das Bayer Kultur als "Orchestra in Residence" unter seine Fittiche genommen hat, mit Bachs Brandenburgischem Konzert Nr. 3 auf einen genussvollen Abend ein.
Der sollte sich mit Katja Stubers Auftritt noch steigern. Wendig, schlank und ganz im Sinne von Leiter Werner Ehrhardt geführt, sang die junge Sopranistin, die in diesem Jahr bei den Bayreuther Festspielen debütierte, die jubilierende Kantate Bachs mit einem atemberaubend schnellen Alleluja - ausdrucksvoll seufzend danach die von Bachs Zeitgenossen Christoph Graupner.
Rheinische Post, 13. September 2011 
 
Werner Ehrhardt und sein von Bayer gefördertes Ensemble l'arte del mondo eröffneten überzeugend mit Johann Sebastian Bachs "Brandenburgischem Konzert". [...] Die Sopranistin Katja Stuber erbrachte auch den Beweis, dass sie in diesem Jahr bereits zurecht im Rahmen der Bayreuther Festspiele debütierte. Nähme man Stubers Gastspiel als Gradmeeser für die Bayer-Kulturspielzeit 2011/12, dann bräuchte man nicht zu glauben, sondern dürfte getrost behaupten zu wissen, dass da der ein oder andere Höhepunkt auf die Leverkusener zukommt.
Leverkusener Anzeiger, 13. September 2011

Ausstellung "Labor Berlin - Züli Aladag und Reynold Reynolds

"Labor Berlin" ist Kunst, die im Kopf bleibt - weil sie sich so bedingungslos dem Leben verschreibt.
Leverkusener Anzeiger, 3. September 2011
top
top
top
top
top
top
top
top
top
Suche
Suche
 
Seite verkleinern Normalansicht Seite vergrößern