Grußwort
Glückwunsch zum Hundertsten
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| Ernst Küchler, Oberbürgermeister der Stadt Leverkusen |
Das Erholungshaus ist aus Leverkusen nichtwegzudenken. Generationen von Leverkusener Bürgerinnen und Bürgern verbinden auch heute ihren Anspruch an qualitätvolles kulturelles Erleben mit dort besuchten Vorstellungen, Konzerten und Ausstellungen. 1906 ließ Dr. Carl Duisberg, damals Mitglied des Vorstandes der Bayer Farbenfabriken, in die Parkanlage an der "Wohn-Kolonie II Anna" ein Gebäude für "gesellige und belehrende Veranstaltungen" bauen. 1907 gründete er die heutige Kulturabteilung unter der Bezeichnung "Abteilung für Bildungswesen".
Das am 13. September 1908 feierlich eröffnete Kulturhaus erregte Aufmerksamkeit: "In der Arbeiterkolonie Wiesdorf, zwischen den anheimelnden Wohnhäusern der Meister & Arbeiter, erhebt sich im Wohlfahrtspark ein prächtiger Neubau. Es ist das Erholungshaus der Arbeiter zur Pflege der Kunst, Geselligkeit & Fröhlichkeit", hieß es in der Leipziger Färber-Zeitung von 1909. Über das Ideelle hinaus hatte das Erholungshaus auch identitätstiftende Wirkung für Leverkusen. Hier konnte ein Gemeinschaftsgefühl entstehen, das sich später auf Leverkusen übertrug. Die repräsentative Architektur des Erholungshauses trug dazu bei. 1909 schon wurde dieses Kulturhauses bewundert, als an vielen Orten Stadttheater entstanden, die von ihren Bürgern voller Stolz betrachtet wurden.
Heute, 100 Jahre später, hat das Erholungshaus eine Bedeutung erlangt, die weit über Bayer hinausreicht. Diese Bildungs- und Kulturinstitution wird von den Leverkusener Bürgerinnen und Bürgern als wertvoller Teil ihrer Stadtkultur angesehen. Auch die emotionale Bindung ist hoch: Der erste Theater- oder Konzertbesuch, mehr noch, das Mitwirken im beliebten Weihnachtsmärchen, prägte oft das Empfinden oder den Geschmack ganz vieler junger Menschen. Darüber hinaus trägt das Gebäude zum positiven Bild einer gewachsenen Stadtteilstruktur in Leverkusen-Wiesdorf bei. Es ist eines der wenigen größeren Gebäude aus der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts, die in Leverkusen noch erhalten sind.
Erst 1969 - gut sechzig Jahre nach der Eröffnung des Erholungshauses - baute die Stadt mit dem Forum ein zweites Theaterund Konzerthaus in Wiesdorf. Mit dem Forum wurde die Vielfalt des kulturellen Angebots in Leverkusen noch erweitert. Hier finden, neben dem städtischen Kulturprogramm, auch die großen Sinfoniekonzerte und Ballettgastspiele der Bayer Kulturabteilung statt. Beide Einrichtungen ergänzen sich seitdem und bieten für Leverkusen etwas, das kaum eine andere Stadt dieser Größenordnung zu bieten hat: Zwei Häuser, die regelmäßig bespieltwerden.
Ich freue mich auf das Programm 2008/09 der Bayer Kulturabteilung und bin sicher, dass das Erholungshaus auch in diesem Jahr wieder Zuschauer anziehen wird, die aus ganz Nordrhein-Westfalen nach Leverkusen kommen und zur offenen Mentalität der Stadt Leverkusen beitragen. Das Erholungshaus ist somit ein herausragender Kultur-Baustein im Mosaik der so genannten "weichen Standortfaktoren". Leverkusen ist stolz auf diese Institution.
Zum Schluss möchte ich im Namen der Stadt Leverkusen den Menschen "hinter den Kulissen" meinen Dank und meine Hochachtung für 100 Jahre hochrangiges Kulturerleben im Erholungshaus aussprechen: Ich danke dem Unternehmen Bayer und seiner Bayer Kulturabteilung für ihr stetiges Engagement in Leverkusen - und hier ganz besonders Nikolas Kerkenrath, dem Leiter der Kulturabteilung, und seinen Mitarbeitern, denen es Jahr für Jahr aufs Neue gelingt, einen Spielplan zu gestalten, der das "alte" und doch so moderne Credo "Kulturarbeit ist Bildungsarbeit" mit Leben erfüllt.
Ernst Küchler
Oberbürgermeister der Stadt Leverkusen

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