Festliche Eröffnung der Spielzeit 2011/2012
![]() Bild vergrößern
|
| Katja Stuber |
So auch in diesem Jahr. Nach der Begrüßung durch Michael Schade, dem Leiter der Unternehmenskommunikation der Bayer AG, wird sich der in Frankfurt lehrende Philosoph Martin Seel in seinem Festvortrag mit der Frage auseinandersetzen, was uns (den Nicht-Philosophen) heute die Erkenntnistheorie noch zu sagen hat. Was können wir wissen? In einem Beitrag für die Wochenzeitung DIE ZEIT formulierte Martin Seel kürzlich: „Was wie eine Schwache oder sogar das ewige Laster der Philosophie erscheinen mag, ist genau ihre Starke. Ihre primäre Tugend liegt in einem beharrlichen Zweifel auch noch gegenüber dem übertriebenen Zweifel. Sie vertraut auf die Wege unseres Verstehens, ohne ihnen doch ganz zu trauen (…) Seit den Tagen des Sokrates ist Philosophie Antidemagogie: ein mit Argumenten ausgefochtener Widerstand gegen den Glauben, wir hatten alles im Griff (…).“
Schon am 4. September 2011 findet die Vernissage zur zweiten Labor Berlin-Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen der Welt Berlin statt. Die beiden Künstler Züli Aladağ und Reynold Reynolds greifen das Spielzeit-Thema Glauben und Wissen auf besondere Weise auf. Das Vorurteil als eine spezifische Form des „Nicht-Wissens“ ist das Thema von Züli Aladağs Videoinstallation Die Anderen, in der er die Widersprüchlichkeit des alltäglichen Rassismus entlarvt. Der 1966 in Alaska geborene Reynold Reynolds erforscht in seinen Arbeiten die physikalischen Unterströmungen der menschlichen Existenz und definiert dabei eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst. Wir zeigen in unserer Ausstellung Fotografien aus der Arbeit The Lost. Es handelt sich dabei um Porträts von Menschen, die in den Wirren der 1930er Jahre verschwanden und über deren Verbleib bis heute niemand etwas weis.
Glauben und Wissen haben auch in der Musik große Bedeutung – sei es als Thema einzelner Werke, sei es als schlichte und doch komplexe Grundlage: Wie konnte ein Komponist komponieren ohne das Wissen um die technischen Aspekte der Musik? Interessanter ist es indessen, wenn sich Glaube und Wissen zusammenfügen – zu dem, was man nicht nur in religiöser Hinsicht „Zuversicht“ nennen konnte. Und genau dies ist das Leitmotiv für die Programmkonzeption des musikalischen Teils der Festlichen Spielzeiteröffnung. Wir stellen dabei den bekannten Werken Johann Sebastian Bachs eine völlig unbekannte Kantate von Christoph Graupner, einem in Hamburg und Darmstadt wirkenden Zeitgenossen des großen Thomaskantors, gegenüber: Mein Herz schwimmt in Blut.
Martin Seel ist Professor für Philosophie mit Schwerpunkt theoretische Philosophie an der Universität Frankfurt am Main. Er studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte in Marburg und Konstanz. Nach Promotion und Habilitation in Konstanz war er zunächst Professor für Philosophie in Hamburg und Giesen, bevor er an die Universität Frankfurt wechselte. Schwerpunkte seiner Arbeit sind u.a. Erkenntnistheorie, Ethik des guten Lebens sowie Ästhetik der Natur und Theorie der Künste. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, zuletzt Die Macht des Erscheinens. Texte zur Ästhetik (2007) und Theorien (2009). In Kürze erscheint sein neuestes Buch 111 Tugenden, 111 Laster. Eine philosophische Revue.
Katja Stuber studierte in München Musik und Germanistik, konzentrierte sich ab 2004 parallel dazu aber schon auf die pädagogische und künstlerische Ausbildung bei Christian Gerhaher im Fach Konzertgesang (Abschluss 2008 mit Auszeichnung). Ergänzend besuchte sie die Oratorien-und Liedklassen von Christoph Hammer, Juliane Banse und Helmut Deutsch. 2008 begann sie ein Aufbaustudium bei Ruth Ziesak in Saarbrücken. Als Konzertsolistin trat Katja Stuber bereits mit renommierten Orchestern und Dirigenten wie Thomas Hengelbrock, Helmuth Rilling und Lothar Zagrosek auf. Seit 2009 ist die Sopranistin Ensemblemitglied des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München. Im Sommer 2011 gibt sie ihr Debüt bei den Bayreuther Festspielen.
Werner Ehrhardt leitete von 1985 bis 2004 das weltweit renommierte Kammerorchester Concerto Köln, mit dem er auf fast allen wichtigen Podien der Welt erfolgreich konzertierte. Über 40 CD-Aufnahmen, vielfach mit wichtigen internationalen Preisen ausgezeichnet, dokumentieren seinen künstlerischen Rang. 2004 gründete er das Orchester l’arte del mondo und hat dieses Ensemble sehr schnell in die Spitzengruppe der auf Originalinstrumenten musizierenden Ensembles geführt.
l’arte del mondo gastierte in jüngster Vergangenheit u.a. bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen, dem Bonner Beethovenfest, im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin und der Cité de la musique Paris. Der außergewöhnliche Rang dieses Ensembles wird neben den erfolgreichen CD-Einspielungen auch durch die Zusammenarbeit mit Solisten von Weltrang wie etwa Magdalena Kožena, Christine Schäfer, Thomas Zehetmair oder Xavier de Maistre eindrucksvoll belegt.
Programm
Begrüßung: Michael Schade (Leiter Unternehmenskommunikation der Bayer AG)
Festvortrag: Prof. Dr. Martin Seel
Konzert:
Johann Sebastian Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048
Christoph Graupner: Kantate Mein Herz schwimmt im Blut GWV 1152/12b
Johann Sebastian Bach: Herr, der du stark und mächtig bist Arie aus der Kantate Meine Seel’ erhebt den Herrn BWV 10
Johann Sebastian Bach: Kantate Jauchzet Gott in allen Landen BWV 51
l’arte del mondo
Katja Stuber, Sopran
Werner Ehrhardt, Dirigent
SO 11.09. | 18:00 | Bayer Kulturhaus, Leverkusen


Willkommen
Festliche Eröffnung
Bayer Links



Erweiterte Suche

